Axel Springer, Indus, Vossloh: Arbeitnehmer drängen in die Aufsichtsräte

Ein Gerichtsurteil sorgt für Bewegung in Deutschlands Aufsichtsräten: Nachdem das Oberlandesgericht Düsseldorf die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding verpflichtet hat, das Kontrollgremium zur Hälfte mit Arbeitnehmervertretern zu besetzen, pochen auch Betriebsräte anderer Unternehmen auf volle Mitbestimmung. Wie die Börsen-Zeitung unter Verweis auf den Bundesanzeiger berichtet, laufen derzeit rund 50 entsprechende „Statusverfahren“ – unter anderem bei der Axel Springer SE mit ihrem 9- und der Vossloh AG mit ihrem 6-köpfigen Aufsichtsrat.

Zusammenarbeit im Aufsichtsrat soll „genauso intensiv bleiben“

Im Fall Indus hatten die Richter entschieden, dass die Mitarbeiter der 45 Portfolio-Unternehmen der Holding zuzurechnen seien. Damit ist die Schwelle von 10.000 Mitarbeitern überschritten. Die Indus-Holding hatte deshalb in der vergangenen Woche angekündigt, das Gremium um sechs Arbeitnehmervertreter zu erweitern. Zudem werden auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im November auch die Aufsichtsräte der Anteilseigner neu gewählt. Als Aufsichtsratschef fungiert seit 2012 der ehemalige Versicherungsmanager Helmut Späth. Indus ist zuversichtlich: Die Zusammenarbeit im erweiterten Aufsichtsrat werde „genauso intensiv bleiben wie bisher“, heißt es.