Managergehälter: Dax-Vorstände haben ihre Saläre verzehnfacht

Managergehälter

Laut einer aktuellen Studie der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Straßburg, über die die WirtschaftsWoche in ihrer aktuellen Ausgabe exklusiv berichtet, haben Dax-Vorstände ihr Salär binnen 30 Jahren verzehnfacht. Für ihren Langzeitvergleich untersuchten die Wirtschaftswissenschaftler Enrico Prinz (Straßburg) und Joachim Schwalbach (Berlin) die Vorstandsvergütungen in jenen 14 Unternehmen, die seit der Dax-Gründung 1988 stets im Leitindex vertreten waren – darunter die Allianz, Siemens und der VW-Konzern. Demnach ist das durchschnittliche Salär eines Vorstandsmitglieds von umgerechnet 451.000 auf 4,35 Millionen Euro gestiegen.

Pay Ratio: Der Abstand wird immer größer

Zudem offenbart die Studie, dass die sogenannte Pay Ratio – also die Lücke zwischen den Gehältern der Vorstände und der Angestellten – immer weiter wächst: Derzeit verdienen die Top-Manager im Schnitt das 58-Fache eines durchschnittlichen Angestellten. Vor 30 Jahren war es leidglich das 15-Fache. Betriebswirt Schwalbach sieht diese Entwicklung kritisch. „Wenn man Gehälter in dieser Größenordnung bezahlt, muss man sie überzeugend mit der Vorstandsleistung begründen und außerdem ins Verhältnis zur Vergütung der Gesamtbelegschaft setzen“, sagte er der WirtschaftsWoche. Ein gutes Ergebnis sei nicht allein den Vorständen, sondern auch den Mitarbeitern zu verdanken.