Michael Frenzel: Klare Botschaft zum Abschied bei der Bahn

Michael Frenzel

Nach seinem Rücktritt als Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat der frühere Tui-Chef Michael Frenzel die Bundesregierung scharf kritisiert: „Ich halte die beschlossene parteipolitische Einflussnahme auf die Besetzung und die Struktur des Aufsichtsrates für falsch“, sagte der 71-Jährige in einem Interview mit dem „Spiegel“. Das Unternehmen brauche „jenseits aller Parteipolitik eine langfristige unternehmerische Perspektive. Das funktioniert aber nur mit Mitteln der Unternehmensführung – und nicht über Parteienproporz.“

Hoher politischer Druck auf Frenzel & Co.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, die Bahn wieder enger an die Kandare zu nehmen und den langjährigen Verkehrsstaatssekretär Michael Odenwald zum Nachfolger von Utz-Hellmuth Felcht als Aufsichtsratschef berufen. Laut Frenzel wurden die Unternehmensvertreter im Gremium zudem „permanent bedrängt, unseren Platz für weitere Parlamentarier der CDU/CSU frei zu machen“. Auch Ex-RWE-Chef Jürgen Großmann wird deshalb laut Medienberichten sein Mandat niederlegen. Vor wenigen Monaten hatte auch Felcht zu seinem Abschied als Aufsichtsratschef den Einfluss der Politik scharf kritisiert.