Familienunternehmen OHB: Wyser-Pratte lässt nicht locker

Guy Wyser-Pratte

Der aktivistische Investor Guy Wyser-Pratte hat erneut die Führungsstrukturen beim Bremer Satellitenhersteller OHB kritisiert. Das Unternehmen, das von der Familie Fuchs dominiert wird, habe „keine Corporate Governance“ und „keine Ausschüsse im Aufsichtsrat“, sagte der 78-Jährige in einem aktuellen Interview. Wer dachte, dass der Aktivist locker lässt, sieht sich damit eines Besseren belehrt. Wyser-Pratte war 2017 als Aktionär eingestiegen und hatte das Unternehmen daraufhin mehrfach wegen schlechter Governance-Strukturen attackiert.

Neuer Aufsichtsrat besänftigt Wyser-Pratte nicht

So rügte er das fortgeschrittene Alter der damaligen Aufsichtsratschefin Christa Fuchs (80), der Mutter von Vorstandschef Marco Fuchs. Zudem befand Wyser-Pratte, die beiden anderen Aufsichtsratsmitglieder seien ihr „untertänig“. OHB hatte die Kritik zurückgewiesen, aber wenig später den Aufsichtsrat neu besetzt: Christa Fuchs legte den Gremienvorsitz nieder, und kurz darauf wurde der ehemalige Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer in den seither vierköpfigen Aufsichtsrat gewählt. Nach Waser-Prattes aktuellen Aussagen steht nun fest: Das reichte nicht, um ihn zu besänftigen.