US-Governance: Abkehr vom Shareholder-Value-Prinzip?

Während die Kodex-Reform hierzulande auf sich warten lässt, laufen die öffentlichen Debatten über Corporate Governance in den USA auf Hochtouren. So drängt Präsident Donald Trump, die Pflicht zu Quartalsberichten abzuschaffen. Zeitgleich hat die einflussreiche Demokratin Elizabeth Warren einen Gesetzentwurf vorgelegt, der nicht weniger als eine Abkehr von Shareholder-Value-Prinzip angelsächsischer Prägung vorsieht – und damit weitreichende Folgen für börsennotierte Konzerne hätte. Laut Warrens „Accountable Capitalism Act“ sollen Board-Mitglieder großer Unternehmen verpflichtet werden, nicht mehr in erster Linie ihren Aktionären zu dienen und deren Erträge zu maximieren.

Warren fordert Mitbestimmung nach deutschem Vorbild

Damit würde sich die Corporate-Governance-Philosophie in den Vereinigten Staaten der unsrigen annähern: Hierzulande sind Vorstände und Aufsichtsräte gemäß Aktiengesetz und VARD-Berufsgrundsätzen ausschließlich dem „Wohl des Unternehmens“ verpflichtet (und nicht einzelnen Stakeholdern). Zudem will Warren die Mitbestimmung einführen und Manager verpflichten, Aktien langfristig zu halten. Die Senatorin meint, dass der starke Fokus auf Aktionäre zu überhöhten Dividenden und Aktienrückkäufen geführt und auf diese Weise die Ungleichheit erhöht habe.

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