USA: Die Corporate-Governance-Saga um Sumner Redstone

Sumner Redstone

Im Oktober beginnt in den USA ein spektakulärer Gerichtsprozess: Ein Gericht in Delaware muss entscheiden, ob es den 95-Jährigen Großaktionär des Medienkonzerns CBS, Sumner Redstone, entmachtet – und damit der Klage seines eigenen Managements stattgibt. Hintergrund: Der Patriarch drängt auf eine Fusion der beiden Medienkonzerne Viacom und CBS, an denen er und seine 64-jährige Tochter Shari jeweils 80 Prozent halten. Doch CBS-Chef Leslie Moonves wehrt sich gegen das Vorhaben – und verweist darauf, dass er nicht allein dem Großaktionär verpflichtet ist.

Allen Aktionären verpflichtet – oder doch dem Unternehmen?

Als CEO und Chairman müsse er „im Blick haben, was das Beste für alle Aktionäre ist – nicht nur für einen“, sagt Moonves. Der Prozess wird damit ein Schlaglicht auf das Corporate-Governance-System im angelsächsischen Raum, wo das Wohl des Unternehmens – anders als hierzulande – nicht das primäre Entscheidungskriterium für Verantwortliche ist. Doch damit drängt sich die Frage auf: Woran muss sich ein CEO orientieren, wenn es widerstreitende Aktionärsinteressen gibt? Der anstehende Prozess in Delaware könnte darauf eine interessante Antwort liefern.