Aufsichtsrat der Woche: Peter Löscher

Peter Löscher

Der ehemalige Siemens-Chef Peter Löscher will sein Mandat als Aufsichtsratschef des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV im kommenden Jahr niederlegen. Der 61-Jährige habe angekündigt, nach Ablauf der Hauptversammlung am 14. Mai 2019 auszusteigen, teilte das Unternehmen Ende letzter Woche mit. Grund für die Entscheidung ist laut Medienberichten, dass dem gebürtige Kärntner die Marschroute der konservativ-rechtspopulistischen Regierung und vor allem das neue Modell einer Staatsholding missfällt: Die Regierung strebe zu großen Einfluss auf teilstaatliche Unternehmen in Österreich an.

Löscher pocht auf unabhängige Aufsichtsratschefs

Den Berichten zufolge stört sich Löscher insbesondere an dem Vorhaben von Finanzminister Hartwig Löger, wonach die Regierung in jedem Aufsichtsrat nach Möglichkeit den Vorsitzenden stellen soll. Die Stärke des bisherigen Modells, so Löscher, beruhe auf der Einbindung „unabhängiger, wirtschaftserfahrener Persönlichkeiten an der Spitze von Aufsichtsgremien“. Der österreichische Staat ist zu 31,5 Prozent an der OMV AG beteiligt. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte dem Handelsblatt, dass es nicht um mehr staatlichen Einfluss, sondern um ein „aktiveres Beteiligungsmanagement“ gehe. Der ÖVP-nahe Löger hat angekündigt, Löscher noch umstimmen zu wollen.