Kodex-Reform: Rolf Nonnenmacher kritisiert seine Vorgänger

Rolf Nonnenmacher

Der Vorsitzende der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, Rolf Nonnenmacher, hat seinen Vorgängern laut einem Bericht der Börsen-Zeitung ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Sie hätten bisweilen erst mit Zeitverzug auf aktuelle Diskussionen reagiert und den Kodex geändert, monierte der frühere KPMG-Deutschland-Chef dem Bericht zufolge auf der DVFA Governance & Stewardship Konferenz in Frankfurt: „Hier hätte mehr getan werden können.“ Durch die Zurückhaltung sei eine Diskrepanz zu den Erwartungen der Investoren entstanden, die dem Ansehen des Kodex geschadet habe. Andere seien mit eigenen Leitlinien in die Rolle des Standardsetters geschlüpft, so Nonnenmacher laut Börsen-Zeitung.

Wird der Kodex nur noch von Juristen gelesen?

Die anstehende Reform soll den Kodex nun wieder zum maßgeblichen Regelwerk für Corporate Governance machen. Zudem will Nonnenmacher für eine bessere Lesbarkeit sorgen. „Ich halte es für keine glückliche Entwicklung, dass nur noch die Mitarbeiter der Rechtsabteilungen den Kodex lesen, Aufsichtsräte und Vorstände das Papier aber von vornherein nicht in die Hand nehmen.“ Inhaltliche Änderungen kündigte er vor allem bei den Themen Managergehälter und Unabhängigkeit von Aufsichtsräten an. So soll zum Beispiel nicht mehr als unabhängig gelten, wer länger als zwölf Jahre im Kontrollgremium sitzt oder in den letzten zwei Jahren verantwortlicher Wirtschaftsprüfer des Unternehmens war.