Managerhaftung: Ex-KTG-Vorstände und Aufsichtsräte vor Gericht

KTG Agrar

In Hamburg hat der Zivilprozess gegen ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte des Agrarkonzerns KTG begonnen. Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus fordert vom früheren Chef Siegfried Hofreiter und sieben weiteren Managern insgesamt 189 Millionen Euro Schadensersatz. Das Landgericht Hamburg muss nun klären, ob Hofreiter & Co. die desolate Situation der KTG Agrar zulasten der Gläubiger verharmlost und die Insolvenz um ein Jahr verschleppt haben. In diesem Zeitraum flossen noch 189 Millionen Euro aus dem Unternehmen.

Wenn die Lebensgefährtin den CEO überwacht

Die Manager-Haftpflichtversicherungen (D&O) der Beklagten – abgeschlossen bei Allianz und Dual Deutschland – decken laut Medienberichten lediglich 40 Millionen Euro ab. Allerdings ist angesichts der aktuellen Rechtsprechung zweifelhaft, ob die Assekuranzen überhaupt für Zahlungen nach Eintritt der Insolvenzreife haften müssen. KTG Agrar war bis zur Pleite 2016 mit 800 Mitarbeitern und mehr als 46 000 Hektar bewirtschafteter Fläche der größte deutsche Agrarkonzern. Im dreiköpfigen Aufsichtsrat des Unternehmens saß die Lebensgefährtin von Hofreiter sowie ein Unternehmer, der Geschäfte mit der KTG machte.