Quartalsberichte

Börse & Quartalsberichte: Oliver Bäte auf Wiedekings Spuren

Wir könnten viel Kritisches über Wendelin Wiedeking schreiben, aber in einer Sache lag er goldrichtig: Der langjährige Porsche-Chef hat sich beharrlich dagegen gewehrt, dass Unternehmen an der Börse Quartalsberichte veröffentlichen müssen. „In die kurzatmige Betrachtung, die sich an Quartalszielen orientiert, wollen wir erst gar nicht hineinkommen“, sagte Wiedeking einst dem Spiegel. Fast 20 Jahre später wandelt Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte auf Wiedekings Spuren, wenn auch konzilianter in Duktus und Auftreten: Wir …

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Lehren aus der Räuber-Geschichte

Zapf & Co: Brandaktuelle Lehren aus der Räuber-Geschichte

Erinnern Sie sich noch an Klaus Zapf? Der schrullige Umzugsunternehmer, der 2014 gestorben ist, hielt über Jahre Deutschlands Aktiengesellschaften auf Trab. Vielen galt er als Inbegriff eines „räuberischen Aktionärs“ – jener Spezies also, die mit Anfechtungsklagen HV-Beschlüsse blockierte, um Unternehmen zu teuren Vergleichen zu zwingen. Zu Spitzenzeiten identifizierte der Aktienrechtler Theodor Baums mehr als 40 sogenannte Berufskläger, zu denen er neben Zapf weitere illustre Investoren wie Karl-Walter Freitag oder Frank …

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Paul Singer

Paul Singer: Achtung, dieser Mann will Ihren Aufsichtsrat spalten!

Der Hedgefonds Elliott von Paul Singer gehört zweifellos zu den aggressivsten Aktivisten, die sich in Deutschland tummeln. Davon können die Verantwortlichen bei ThyssenKrupp, SAP und Bayer ein Lied singen. „Angst verbreiten, Kasse machen, weiterziehen“, beschreibt Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld in der aktuellen „Capital“-Ausgabe die Strategie. Das Problem aus Sicht von Aufsichtsräten: Die Singer-Truppe versteht es hervorragend, den Finger in die Wunde zu legen und Verbündete auf ihre Seite zu ziehen. So …

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Ulrich Lehner

DART I: Ulrich Lehner und der Stakeholder Value

Ist der Fokus auf sämtliche „Stakeholder“ vom Kunden bis zum Aktionär ein neuer Trend? Telekom-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hat dazu letzte Woche auf dem 15. Deutschen Aufsichtsratstag (#DART15) im Düsseldorfer Industrie-Club angemerkt: Für ihn sei Rendite immer das gewesen, was übrig bleibt, wenn alle anderen Gruppen bedient wurden. Das klingt selbstverständlich, ist aber in Wahrheit Ausdruck einer Corporate-Governance-Philosophie, die unter Druck geraten ist. Die Aussage lässt sich deshalb als Seitenhieb auf …

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Saori Dubourg

Saori Dubourg: Initiative gegen Shareholder-Value-Exzesse

Der Druck von Investoren, denen es ums schnelle Geld geht, kann gute Unternehmensführung verhindern. Klassisches Beispiel sind Aktienrückkäufe zulasten von Zukunftsinvestitionen. Deshalb treibt uns schon länger die Frage um: Wie lässt sich der Einfluss von Aktivisten und Spekulanten begrenzen, ohne Aktionärsrechte einzuschränken? Zugespitzt formuliert: Wie machen wir die Börse vom Spielplatz für Zocker zum Marktplatz der Mitinhaber? Wir plädieren dafür, langfristiges Denken zu fördern – und zugleich langfristig denkende Aktionäre …

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Joe Kaeser

Joe Kaeser: Streiter für die europäische Governance-Kultur

Man kann es sich leicht machen und Joe Kaeser als „Gutmenschen“ abstempeln, der viel redet, aber wenig bewirkt – zum Beispiel, wenn der Siemens-CEO den „reinen Shareholder-Value-Ansatz“ kritisiert und einen „inklusiven Kapitalismus“ predigt. Doch das wäre zu kurz gesprungen, denn machen wir uns nichts vor: Wir befinden uns in einem Wettstreit der Systeme; der angelsächsische Finanz- und der chinesische Staatskapitalismus gefährden unsere Governance-Kultur. Das zeigt sich etwa, wenn hochsubventionierte Unternehmen …

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Paul Singer

Aufsichtsratschefs: Wie Paul Singer die Deutungshoheit gewinnt

Das Manager Magazin beleuchtet in seiner neuen Ausgabe die Geschäftspraktiken des Hedgefonds Elliott von Paul Singer, der unter anderem ThyssenKrupp ins Visier genommen hat – und wirft dabei wichtige Fragen auf, die auch uns umtreiben („Regieren künftig aggressive Aktionärscliquen das Land?“). Dabei verknüpfen die Autoren ihren kritischen und gut recherchierten „Inside-Report“ mit einem Seitenhieb gegen ThyssenKrupps Ex-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner: Er habe sich von den Vorständen „einlullen lassen“ und gehöre „zu …

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Aufsichtsräte

Kampagnen: Warum Aufsichtsräte jetzt in die Offensive gehen müssen

Eine lesenswerte Analyse des „PR-Magazin“ hat eine Diskussion darüber entfacht, ob und inwieweit Aufsichtsräte öffentlich kommunizieren sollten. Nach unserer Wahrnehmung lässt sich die Mehrheitsmeinung in der Corporate-Governance-Community so zusammenfassen: Ja, sie sollten – aber nur über aufsichtsratsspezifische Themen und sehr zurückhaltend. Wir stimmen nur zur Hälfte zu. Denn unseres Erachtens ist die große Zurückhaltung gegenüber den Medien, die viele Gremien an den Tag legen, heutzutage brandgefährlich – vor allem bei …

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Diversity

Investoren: Wie aggressive Männer Unternehmen vor sich hertreiben

Aktionäre, die Vorstände und Aufsichtsräte lautstark unter Druck setzen, haben in aller Regel Testosteron im Blut: Typen wie Guy Wyser-Pratte, Paul Singer (Elliott) und Daniel Loeb (Third Point), die eine unterschwellige Aggressivität ausstrahlen, dominieren die Szene aktivistischer Investoren. Frauen ähnlichen Kalibers sind bislang nicht in Sicht, und auch bei den klassischen Investoren dominieren Männer: Eine aktuelle Umfrage von KPMG mit dem Netzwerk Fondsfrauen zeigt, dass die Frauenquote in den Führungsriegen …

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USA Nelson Peltz Hedgefonds

US-Konzerne: Aktivisten drängen in die Boards

Hedgefonds und andere aktivistische Investoren gewinnen auch in der ersten Liga der US-Konzerne an Einfluss: General Electric hat in dieser Woche den Chief Investment Officer des Hedgefonds Trian Management in das 18-köpfige Board of Directors berufen. Edward Garden ersetzt dort Robert Lane, der nach zwölf Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Trian – 14 Milliarden Euro schwer – hält rund ein Prozent der General-Electric-Aktien und hatte das Management in den vergangenen Monaten …

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comdirect

Aktivisten: Frontalangriff auf den comdirect-Aufsichtsrat

Der aktivistische Investor Petrus Advisers hat die Commerzbank und deren Tochter comdirect ins Visier genommen. In einem offenen Brief an Coba-Chef Martin Zielke monierte das Londoner Investmenthaus am Montag, dass das Geldhaus die Online-Bank „als Betriebsabteilung“ führt und ihr hohe Kosten aufbürdet – obwohl kein Beherrschungsvertrag existiert. Zudem, so Petrus Advisers, bestünden „comdirects Management und Aufsichtsrat“ weitgehend aus Zielkes „Freundeskreis aus der Dresdner Bank“. Coba-Manager dominieren das Kontrollgremium Tatsächlich wird …

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