Corporate Governance

Achleitner & Merz: Schuldlos schuldig? Die Tragik der Aufsichtsräte

ThyssenKrupp, Deutsche Bank, Volkswagen: 17 Jahre nach der Veröffentlichung des Deutschen Corporate Governance Kodex reiht sich ein Skandal an den nächsten. Parallel dazu wächst, verständlicherweise, die Kritik an Deutschlands Aufsichtsratsvorsitzenden als obersten Hütern der Unternehmenskultur. So konstatierte die WirtschaftsWoche jüngst ein „Kartell der Klone“, das trotz aller Diversity-Sonntagsreden für Monokulturen im Management sorge. Da ist was dran, aber wer glaubt, wir bräuchten lediglich neue Chefkontrolleure, macht es sich zu einfach. …

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Robert Bosch

Mittelstand: Auf den Spuren von Robert Bosch

Wir mussten in der vergangenen Woche aus traurigem Anlass erneut darauf hinweisen: Die Krupp-Stiftung leidet an schweren Konstruktionsfehlern – und mit ihr das Unternehmen. Das Gegenbeispiel ist die Robert Bosch GmbH, die dank intelligenter Governance-Strukturen die Vorteile eines Stiftungsunternehmens ausspielen kann und seit Generationen reüssiert. Wir sind überzeugt: Mehr Bosch täte dem Wirtschaftsstandort Deutschland gut, zumal bei der digitalen Transformation langer Atem gefragt ist. Anteilseigner, die ständig auf üppige Renditen …

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ThyssenKrupp

ThyssenKrupp: Wie Cevian die Krupp-Stiftung düpiert

Der Anfang vom Ende der Industrie-Ikone ThyssenKrupp, so wie wir sie kennen, waren nicht die schweren Managementfehler, etwa in Brasilien. Das hätten gute Vorstände und Aufsichtsräte wieder wettmachen können. Das Anfang vom Ende war unseres Erachtens der von Börsianern bejubelte Einstieg des Finanzinvestors Cevian im Jahr 2013. Denn dadurch blieb zu wenig Zeit, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen: Die ungeduldigen Schweden haben immer mehr Druck aufgebaut und …

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ThyssenKrupp

ThyssenKrupp: Frauen-Duo bestimmt das Schicksal der Industrie-Ikone

Vor wenigen Tagen sorgte eine Studie für Schlagzeilen, der zufolge Männer die Schlüsselpositionen in Deutschlands Aufsichtsräten besetzen. Zumindest bei ThyssenKrupp ist das anders: Dort haben jetzt die neue Gremienchefin Martina Merz und Ursula Gather vom Großaktionär Krupp-Stiftung das Sagen. Nach den Turbulenzen der letzten Monate und insbesondere dem plötzlichen Strategiewechsel hängt es also von zwei Frauen ab, wie es bei dem Traditionskonzern weitergeht. Die Kernfrage dabei lautet aus unserer Sicht: …

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Hiesinger & Lehner: Warum die Kritiker die Falschen attackieren

Im Fußball ist nachtreten verpönt, in der Wirtschaft leider gang und gäbe. Das erleben wir gerade wieder im Fall ThyssenKrupp: Über Ex-Vorstandschef Heinrich Hiesinger und den ebenfalls abgetretenen Aufsichtsratschef Ulrich Lehner prasselt ein wahrer Hagel der Kritik nieder, und zwar aus dem gesamten Spektrum der Wirtschaft. So bezeichnete der Ex-Investmentbanker Dirk Notheis die Entscheidungen der beiden in einer FAZ-Kolumne als „erschreckend verantwortungslos“, und der ThyssenKrupp-Arbeitnehmervertreter Markus Grolms (derzeit Interimschef des …

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Armin Laschet

ThyssenKrupp: Wie Armin Laschet das Ruder rumreißen könnte

Wir haben in der vergangenen Woche bereits darauf hingewiesen: Eines der größten Probleme in der Causa ThyssenKrupp ist aus unserer Sicht, dass es im elfköpfigen Kuratorium der Krupp-Stiftung an Management-Expertise mangelt. Stattdessen dominieren Wissenschaftler wie die Vorsitzende Ursula Gather (Mathematik) und ihr Stellvertreter Reimar Lüst (Astrophysik), die die Usancen der Konzernwelt nicht kennen – und deshalb im Konflikt mit den aggressiven Investoren Cevian und Elliott schwere Fehler gemacht haben. Damit …

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Ulrich Lehner

ThyssenKrupp: First fire letter to Gather, then resignation of Lehner

Since Heinrich Hiesinger’s resignation, events at ThyssenKrupp have turned upside down. Preliminary highlight: On Monday, Supervisory Board Chairman Ulrich Lehner announced his resignation as of 31 July. „I am taking this step consciously to enable a fundamental discussion among our stockholders about the future of Thyssen-Krupp,“ Lehner said. Hopefully, his move will raise awareness among all those involved that „the destruction of the company and the associated loss of many …

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Heinrich Hiesinger

ThyssenKrupp: Heinrich Hiesinger & das Ende des rheinischen Kapitalismus

Nach dem Rückzug von Vorstandschef Heinrich Hiesinger verliert ThyssenKrupp auch einen Aufsichtsrat: Wie das Handelsblatt berichtet, hat René Obermann seinen Abschied angekündigt. Der ehemalige Telekom-Chef hatte dem Bericht zufolge gegen die Stahlfusion mit dem indischen Tata-Konzern gestimmt – gemeinsam mit Jens Tischendorf vom aktivistischen Großaktionär Cevian. Auch darüber hinaus war der Aufsichtsrat zerissener, als es lange den Eindruck machte: HSBC-Deutschland-Chefin Carola Gräfin von Schmettow enthielt sich der Stimme, und die …

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Ulrich Lehner

Investoren-Attacke auf ThyssenKrupp: Halten Sie durch, Herr Lehner!

Heinrich Hiesinger gerät in diesen Wochen immer stärker unter Druck. Denn seit dem Einstieg des Hedgefonds Elliott von Paul Singer hat Großaktionär Cevian einen mächtigen Verbündeten, der ins selbe Horn stößt: Der ThyssenKrupp-Vorstandschef soll endlich schneller und härter durchgreifen, von einer „aufgeblasenen Konzernzentrale“ ist die Rede. Das erinnert uns stark ans Cevian-Mantra von der Zerschlagung. Sicher: Es gibt angesichts der Digitalisierung gute Gründe, einzelnen Sparten mehr Freiheiten zu geben – …

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John Cryan

Achleitner vs. Lehner: Der Unterschied zwischen den Top-Aufsehern

Wer nicht spart, fliegt: Nach Innogy-Chef Peter Terium musste nun auch der Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende John Cryan (vor allem) wegen hoher Kosten seinen Hut nehmen. Während die Innogy-Aufseher ihrem CEO üppige Ausgaben für Lieblingsprojekte vorwarfen, monierten die Deutsche-Bank-Kontrolleure um Paul Achleitner unter anderem Cryans mangelnde Entschlossenheit bei Sparmaßnahmen im Investmentbanking. Sicher: Die wachsende Empfindlichkeit ist eine logische (und prinzipiell begrüßenswerte) Folge der Professionalisierung der Aufsichtsräte. Aufsichtsräte als Chef-Controller? Wir sehen allerdings zwei …

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Manuel Theisen

Schweigende Aufsichtsräte? Eine Replik auf Manuel Theisen

Der Corporate-Governance-Experte Manuel René Theisen hat sich Ende vergangener Woche in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt Deutschlands Aufsichtsräte vorgeknöpft und weit verbreitete Kompetenzüberschreitungen moniert. So dränge es sie „immer häufiger in die Medien, vor die TV-Mikrofone und in die Yellow Press der Wirtschaft“. Dabei sei „Schweigen unverändert das Gebot der Stunde“. Das ist uns – mit Verlaub – zu pauschal. Sicher: Plaudertaschen haben in Aufsichtsräten nichts zu suchen; im Zweifel …

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Ulrich Lehner

Aufsichtsrat der Woche: Warum Ulrich Lehner unter Beschuss gerät

Er ist einer der kompetentesten und mächtigsten Aufsichtsräte der Republik: Ulrich Lehner führt die Gremien von Deutscher Telekom und ThyssenKrupp und kontrolliert zudem Eon, Henkel und die Porsche SE. Das dürfte nicht immer vergnügungssteuerpflichtig sein, aber in den letzten Tagen kam es für den 71-Jährigen besonders dick: So wurde am Montag bekannt, dass das Landgericht Stuttgart dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Porsche SE, die 52,2 Prozent der VW-Stammaktien hält, …

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