Zeit

Warum kürzere Amtszeiten für Aufsichtsräte gefährlich sind – und wie der Brexit für Good Governance sorgt.

Liebe Leser*innen der GermanBoardNews, in dieser HV-Saison fällt auf, dass zahlreiche Unternehmen die Amtszeiten für Aufsichtsräte von fünf auf vier Jahre verkürzen (auch für unsere Aufsichtsrätin der Woche). Zur Begründung verweisen die Unternehmen in erstaunlicher Einmütigkeit auf Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und „Erwartungen“ von Investoren. Dann kann das ja nicht schlecht sein. Oder? Ich möchte eine alternative Deutung anbieten: Unternehmen beugen sich hasenfüßig dem Druck institutioneller Investoren, …

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David Schwimmer vs. Theodor Weimer: Wer lockt Gründer an die Börse?

Großbritannien macht die Börse attraktiver für Unternehmer. Warum Deutschland mitziehen sollte – und welche Rolle Aufsichtsräte dabei spielen. Nach dem Brexit bahnt sich im Vereinigten Königreich eine Börsenreform an: Eine Experten-Kommission hat der Regierung kürzlich empfohlen, Gründern und Mittelständlern den Weg an den Kapitalmarkt zu ebnen. So sollen sie künftig nur noch 15 Prozent der Anteile auf den Markt bringen müssen – und nicht mehr 25 Prozent wie bisher. Dank …

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Handelskonzern Metro

Jürgen Steinemann: Klares Signal gegen Kollektivierungsphantasien

„Was war in Jürgen Steinemann gefahren? Was hat er davon?“, fragte die Süddeutsche Zeitung provokativ – und kritisierte den Metro-Aufsichtsratschef harsch: Sein Verhalten widerspreche „dem Geist der Mitbestimmung“. Das Doppelstimmrecht zu nutzen, um den Verkauf der Warenhauskette Real gegen den Willen der Arbeitnehmer durchzusetzen, werfe grundlegende Corporate-Governance-Fragen auf. Mit Verlaub: Jürgen Steinemann hat von einer Option Gebrauch gemacht, die der Gesetzgeber den Gremienvorsitzenden aus guten Gründen einräumt. Denn Blockaden im …

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Martin Sonnenschein

Aufsichtsrat der Woche: Martin Sonnenschein (Heideldruck)

Auf einen Banker folgt ein Unternehmensberater: Der hochrangige A.T.-Kearney-Partner Martin Sonnenschein zieht am 1. Dezember in den Aufsichtsrat des SDax-Unternehmens Heidelberger Druckmaschinen ein und übernimmt dort den Vorsitz. Damit löst der 55-Jährige den ehemaligen LBBW-Chef Siegfried Jaschinski ab, der in der vergangenen Woche überraschend seinen Rücktritt erklärt hat – „aus persönlichen Gründen“. Der 65-jährige gebürtige Leverkusener gehörte dem Kontrollgremium zwölf Jahre an und amtierte in den vergangenen vier Jahren als …

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Cewe

Cewe-Aufsichtsratschef Korte: Wenn Arbeit & Kapital fusionieren

Gut fürs Geschäft, gut für die Gesellschaft: Mitarbeiterbeteiligungen fördern unternehmerisches Denken genauso wie eine gleichmäßigere Vermögensverteilung. Das scheint uns derzeit besonders wichtig, weil Digitalisierungsdividenden den Faktor Kapital stärken und die Ungleichheit verstärken. Diese Entwicklung ist Wasser auf die Mühlen von Populisten; es drohen Umverteilungsexzesse, die die unternehmerische Freiheit einschränken. Doch leider bietet bisher nur ein Drittel der börsennotierten Unternehmen Belegschaftsaktien, und vielfach machen weniger als die Hälfte der Angestellten mit. …

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Börse

Olaf Berlien & Mathias Döpfner: Vertreibung aus dem Paradies

Immer mehr Unternehmen fliehen von der Börse. Laut Handelsblatt ist die Zahl regulär gelisteter Gesellschaften in den letzten zehn Jahren von 761 auf 464 gesunken. Und der Trend beschleunigt sich; jüngst kündigten Axel Springer und Osram einen Rückzug an – mit ähnlichen Argumenten: Die Vorstandschefs Olaf Berlien und Mathias Döpfner bräuchten Zeit für die digitale Transformation und könnten keine Aktionäre gebrauchen, die bei schlechten Quartalszahlen auf die Barrikaden gehen, hieß …

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Ariane Reinhart

Ariane Reinhart: Das Sozialprogramm der Conti-Managerin

Manchmal klingt Ariane Reinhart wie eine Sozialpolitikerin: „Bei uns wird niemand obdachlos“, wird die Conti-Personalchefin in der aktuellen Ausgabe der WirtschaftsWoche zitiert. Die 49-Jährige bezog sich der Meldung zufolge allerdings nicht auf irgendwelche Sozialleistungen, sondern auf das „Future-Skill-House“-Konzept des Automobilzulieferers. Dabei handelt es sich um ein umfassendes Weiterbildungsprogramm, mit dem Ariane Reinhart Mitarbeiter fit für die Zukunft macht und  „95 Prozent der Belegschaft auf allen Ebenen erreicht“. Gut für die …

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Werner Bahlsen

Familienunternehmen: Werner Bahlsen und die Ideen seiner Tochter

Für eine erfolgreicheTransformation sind Menschen gefragt, die anders ticken. Und Familienunternehmer habe bei der Suche nach Impulsgebern einen Vorteil, weil sie sich nicht allein aufs Recruiting verlassen müssen: Oft sitzen sie ohnehin am Frühstückstisch. Deshalb empfehlen Family-Governance-Experten zu Recht, genau hinzuhören, was vermeintlich naseweise Sprösslinge zu sagen haben. So wie Keks-Unternehmer Werner Bahlsen (69). Ihr Vater habe „bei jeder bescheuerten Idee, die ich hatte, gesagt: ‚Lass uns drüber reden‘“, erzählte …

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Christian Sewing

Vorstandsvorsitzende: Ein Loblied auf die Langweiler

Die „Welt“ hat Anfang Oktober das „Ende der kantigen Typen“ an den Konzernspitzen ausgerufen. Stattdessen übernähmen „unauffällige“ Typen, die „nicht anecken“, Deutschlands CEO-Posten. Als Beispiele nennen die Autoren Ola Källenius (Daimler), Stephan Sturm (Fresenius), Martin Zielke (Commerzbank) und Christian Sewing (Deutsche Bank) – und konstatieren: „Einheitsbrei statt United Artists, angepasst und glatt geschmirgelt“. Wir können gut verstehen, dass sich Journalisten extrovertiertere Typen in den Chefetagen wünschen. Das verspricht schließlich Schlagzeilen. …

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Digitalisierung: Welche Vorstände ihre Sprache entrümpeln müssen

„Nur wer verstanden wird, kann überzeugen“, mahnte Heiner Thorborg in einer aktuellen Kolumne. Manager müssten deshalb in der Lage sein, „gut, frei, intelligent und verständlich zu sprechen“, statt „blasse Gedanken hinter wolkigem Geschwätz zu verbergen“, so der Personalberater. Wir stimmen vehement zu und ergänzen, dass die Sprache im Zeitalter der digitalen Transformation wichtiger ist denn je. Schließlich gilt es, Mitarbeitern, Aktionären und anderen Stakeholdern völlig neue Geschäftsmodelle zu erklären – …

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Klaus Gehrig

Klaus Gehrig: Sitzt das Digital-Problem von Lidl ganz oben?

Einige von Ihnen werden sich erinnern: Vor wenigen Monaten berichtete das Manager Magazin, dass der Lidl-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig „noch nie im Internet gesurft“ habe – und beleuchtete in diesem Zusammenhang die Probleme des Handelsriesen bei der Digitalisierung. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass deren Ausmaß noch größer ist als angenommen: Der Vorstand hat das „elektronische Lidl Warenwirtschaftsinformationssystem“ (Elwis) gestoppt, das gemeinsam mit SAP entwickelt wurde und bereits rund 500 Millionen Euro …

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