Norbert Reithofer

Norbert Reithofer & Dieter Zetsche: Zu heiß, um abzukühlen?

Der Wechsel von Vorstandschefs an die Spitze des Aufsichtsrats ist wieder ganz oben auf der Corporate-Governance-Agenda. Dafür gibt es gleich zwei Auslöser. Erstens: Der überraschende Rückzug von BMW-Boss Harald Krüger, der nach Ansicht von Kritikern nie aus dem Schatten seines Vorgängers und Aufsichtsratschefs Norbert Reithofer heraustreten konnte. Zweitens: Die Gewinnwarnung von Daimler, in deren Folge Investoren harsche Kritik am ausgeschiedenen Dieter Zetsche übten – und sich überraschend vehement gegen einen …

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St. Pauli

FC St. Pauli: Der Governance-Champion im Profi-Fußball

Vor knapp einem Jahr haben wir Andreas Rettig als „Governance-Vordenker“ im Profi-Fußball bezeichnet. Der Geschäftsführer des FC St. Pauli hatte damals davor gewarnt, die Bundesliga für Investoren zu öffnen – und statt nostalgischen gewichtige betriebswirtschaftliche Argumente angeführt. Wir liegen auf seiner Linie und sind überzeugt: Der Schlüssel zu einer besseren internationalen Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs ist gute Unternehmensführung. Zugespitzt formuliert: Wir brauchen kompetente Aufsichtsräte und keine milliardenschweren Oligarchen. Rettig vertritt …

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Börse

Olaf Berlien & Mathias Döpfner: Vertreibung aus dem Paradies

Immer mehr Unternehmen fliehen von der Börse. Laut Handelsblatt ist die Zahl regulär gelisteter Gesellschaften in den letzten zehn Jahren von 761 auf 464 gesunken. Und der Trend beschleunigt sich; jüngst kündigten Axel Springer und Osram einen Rückzug an – mit ähnlichen Argumenten: Die Vorstandschefs Olaf Berlien und Mathias Döpfner bräuchten Zeit für die digitale Transformation und könnten keine Aktionäre gebrauchen, die bei schlechten Quartalszahlen auf die Barrikaden gehen, hieß …

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Saori Dubourg

Saori Dubourg: Initiative gegen Shareholder-Value-Exzesse

Der Druck von Investoren, denen es ums schnelle Geld geht, kann gute Unternehmensführung verhindern. Klassisches Beispiel sind Aktienrückkäufe zulasten von Zukunftsinvestitionen. Deshalb treibt uns schon länger die Frage um: Wie lässt sich der Einfluss von Aktivisten und Spekulanten begrenzen, ohne Aktionärsrechte einzuschränken? Zugespitzt formuliert: Wie machen wir die Börse vom Spielplatz für Zocker zum Marktplatz der Mitinhaber? Wir plädieren dafür, langfristiges Denken zu fördern – und zugleich langfristig denkende Aktionäre …

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Belgien

Während wir auf den neuen Kodex warten, sollten wir einen Blick über den Zaun werfen – und zwar nach Belgien. Was wir dort lernen können und was die dritte Corporate-Governance-Welle bringt

Der neue Corporate-Governance-Kodex unserer belgischen Nachbarn zeigt, wie es auch geht: kurz, knapp, auf den Punkt – zehn Prinzipien und eine Gebrauchsanleitung weisen die Richtung. Fertig. Da frage ich mich: Warum können wir in Deutschland so etwas nicht? Es gibt noch etliche andere zeitgemäße Beispiele aus neuerer Zeit. International tut sich so Einiges. Und das deutsche („duale“) System der Corporate Governance ist ein Vorzeigemodell, für das es sich zu werben …

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Andy Gu

Andy Gu: Chinesischer Kuka-Aufsichtsratschef: „Unsere Investoren waren definitiv nicht zufrieden“

Midea-Vertreter Andy Gu vermittelt im Aufsichtsrat zwischen den Welten. Auf der Kuka-Hauptversammlung stärkt er Vorstandschef Mohnen den Rücken. München. Für das Aktionärstreffen hat Andy Gu eine Krawatte im Kuka-Orange angelegt. Der Aufsichtsratschef und Vertreter des chinesischen Eigentümers Midea will bei der Hauptversammlung des Roboterbauers nach turbulenten Monaten Farbe bekennen. Ende des vergangenen Jahres hatte der chinesische Investor die Trennung vom langjährigen Vorstandschef Till Reuter durchgesetzt. Reuter verdiene „Respekt und herzlichen …

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Kodex

Der Corporate-Governance-Kodex als Bollwerk gegen Investoren, die eigene Interessen verfolgen? Eine Replik auf Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Stefan Simon.

Der Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Stefan Simon hat sich in der vergangenen Woche auf die Seite der Kodex-Kritiker geschlagen: Die „harsche Kritik“ am Reformvorschlag der Regierungskommission sei in sachlicher Hinsicht „vielfach berechtigt“, schrieb er in einem Kommentar für das Handelsblatt. Zugleich warnte er vor Bestrebungen, „nunmehr den Kodex und die Kommission zu Grabe tragen zu wollen“. Dadurch würde „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“, fürchtet Simon, der den Kodex auch als Gegengewicht zu …

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Aktionäre

„Overboarding“: Aktionäre sollen bei der Managervergütung bald mitreden

Um Überbezahlung oder Fehlentwicklungen bei Vorstandsgehältern zu vermeiden, sollen Aktionäre bei Hauptversammlungen zukünftig mitbestimmen dürfen. Frankfurt. Ausgerechnet die beiden Chefaufsichtsräte, die derzeit im Feuer der Investoren stehen, werden für ihren Job extrem unterschiedlich entlohnt. Werner Wenning bekommt für sein Bayer-Mandat mit gut 400.000 Euro nicht einmal die Hälfte des Salärs von Paul Achleitner bei der Deutschen Bank. Achleitner hat weiterhin den bestbezahlten Aufsichtsposten. Die Vorsitzenden der Dax-Aufsichtsräte bekommen für ihr Mandat durchschnittlich 424.000 Euro, hat die Vergütungsberatung …

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Wert

Werte schaffen Wert

Investoren handeln selten selbstlos. Sie erwarten, dass sich wertorientiertes und nachhaltiges Handeln langfristig finanziell lohnt. Große Investoren treffen ihre Anlageentscheidungen zunehmend nicht nur nach dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens, sondern achten auch auf verantwortungsvolle Unternehmensführung. Sie erwarten unternehmerisches Handeln im Einklang mit Gesetzen, Richtlinien, Kodizes und Satzungen (neudeutsch Compliance) sowie mit moralischen Werten. Im Zentrum steht dabei die Übernahme von Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Gesellschaft, einschließlich Umwelt- und Klimaschutz – …

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Katarina Barley

Kodex-Reform: Das Bundesjustizministerium hält sich raus und empfiehlt, der Regierungskommission zu vertrauen. Warum das zu viel verlangt ist.

Auf unseren Brief an das Bundesjustizministerium hat Katarina Barleys Referatsleiter geantwortet. Um es kurz zusammenzufassen: Ulrich Seibert schreibt mit sehr netten Worten – nichts, jedenfalls nichts Substanzielles. Ganz offensichtlich traut sich die Politik nicht in den Ring, die Devise scheint zu lauten „Was kümmern uns die Befindlichkeiten der deutschen Wirtschaft, wenn Europawahlen sind“. Eine lapidare, aber dennoch bemerkenswerte Passage in der Antwort lautet: „Ich wäre einmal ganz entspannt, dass die …

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Wolfgang Reitzle

Wolfgang Reitzle: Wegbereiter einer exzessiven Shareholder-Value-Kultur?

Bei Linde weht nach der Fusion mit dem US-Unternehmen Praxair ein anderer Wind. Das ist die klare Botschaft eines Doppel-Interviews von CEO Steve Angel und Chairman Wolfgang Reitzle im Handelsblatt: Zentral seien aus seiner Sicht „kontinuierliche Verbesserungen und der Shareholder Value“, sagte Angel, der zuletzt 22 Millionen Dollar im Jahr kassierte. Auch Wolfgang Reitzle sprach ausführlich über die Aktionäre und verwies mehrfach auf die Marktbewertung, die auf 84 Milliarden Euro …

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Joe Kaeser

Joe Kaeser: Streiter für die europäische Governance-Kultur

Man kann es sich leicht machen und Joe Kaeser als „Gutmenschen“ abstempeln, der viel redet, aber wenig bewirkt – zum Beispiel, wenn der Siemens-CEO den „reinen Shareholder-Value-Ansatz“ kritisiert und einen „inklusiven Kapitalismus“ predigt. Doch das wäre zu kurz gesprungen, denn machen wir uns nichts vor: Wir befinden uns in einem Wettstreit der Systeme; der angelsächsische Finanz- und der chinesische Staatskapitalismus gefährden unsere Governance-Kultur. Das zeigt sich etwa, wenn hochsubventionierte Unternehmen …

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