Herbert Diess

VW-Chef Herbert Diess: Kulturwandel durch neue Boni?

Das Problem bei vielen Vergütungssystemen ist, dass Manager zwar große Chancen auf üppige Boni haben, aber kaum Risiken tragen. Unternehmerisches Denken wird auf diese Weise nicht gefördert – im Gegenteil: Die Systematik schafft Anreize, Umsätze und/oder Gewinne kurzfristig in die Höhe zu treiben, was häufig zulasten langfristiger Entwicklungschancen geht (Stichwort Reputation). Deshalb ist es aus unserer Sicht eine folgerichtige Reaktion auf den Diesel-Skandal, dass der VW-Vorstand um Herbert Diess (der …

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Martin Jetter

Aufsichtsrat der Woche: Martin Jetter (Deutsche Börse)

Der Nachfolger von Joachim Faber (69) steht fest: Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse hat Martin Jetter als neuen Vorsitzenden nominiert. Der 60-Jährige wird demnach aller Voraussicht nach im Anschluss an die Hauptversammlung im Mai auf den Chefposten aufrücken. Der IBM-Europachef, der fast sein gesamtes Berufsleben bei dem US-Technologiekonzern verbracht hat, sitzt seit eineinhalb Jahren im 16-köpfigen Kontrollgremium und gilt als Wunschkandidat Fabers. Martin Jetter sei „eine international erfahrene Persönlichkeit, die …

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ThyssenKrupp

ThyssenKrupp: Wie Cevian die Krupp-Stiftung düpiert

Der Anfang vom Ende der Industrie-Ikone ThyssenKrupp, so wie wir sie kennen, waren nicht die schweren Managementfehler, etwa in Brasilien. Das hätten gute Vorstände und Aufsichtsräte wieder wettmachen können. Das Anfang vom Ende war unseres Erachtens der von Börsianern bejubelte Einstieg des Finanzinvestors Cevian im Jahr 2013. Denn dadurch blieb zu wenig Zeit, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen: Die ungeduldigen Schweden haben immer mehr Druck aufgebaut und …

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Belgien

Während wir auf den neuen Kodex warten, sollten wir einen Blick über den Zaun werfen – und zwar nach Belgien. Was wir dort lernen können und was die dritte Corporate-Governance-Welle bringt

Der neue Corporate-Governance-Kodex unserer belgischen Nachbarn zeigt, wie es auch geht: kurz, knapp, auf den Punkt – zehn Prinzipien und eine Gebrauchsanleitung weisen die Richtung. Fertig. Da frage ich mich: Warum können wir in Deutschland so etwas nicht? Es gibt noch etliche andere zeitgemäße Beispiele aus neuerer Zeit. International tut sich so Einiges. Und das deutsche („duale“) System der Corporate Governance ist ein Vorzeigemodell, für das es sich zu werben …

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Aktionärsdemokratie

Hauptversammlungen: Ein Lob der indirekten Aktionärsdemokratie

Immer öfter verweigern Aktionäre Verantwortlichen die Entlastung: Ende April traf es Bayer-CEO Werner Baumann, nächste Woche muss die Führungsriege der Deutschen Bank zittern. Der Trend befeuert eine Grundsatzdebatte über unser Corporate-Governance-System: Es könne doch nicht angehen, dass Abstimmungsniederlagen folgenlos bleiben, meinen Kritiker – und fordern deshalb eine direkte „Aktionärsdemokratie“. Wir halten das für brandgefährlich: Wenn Investoren Manager nicht nur via Nicht-Entlastung verwarnen, sondern auch abwählen können, wird eine langfristige personelle …

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VARD

VARD wird 7 – und ein Rätsel

Die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) feiert diesen Freitag ihren 7. Geburtstag. Und die aktuelle Debatte um die Kodex-Reform zeigt eindrucksvoll, dass die Gründung ein wichtiger Schritt war – und bleibt. Denn in Sachen Corporate Governance liegt (trotz erfreulichen Fortschritten bei der Professionalisierung der Aufsichtsräte) weiterhin vieles im Argen. Und manches entwickelt sich derzeit in die falsche Richtung. Ich möchte mich an dieser Stelle bei sämtlichen 132 Mitgliedern bedanken, …

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Katarina Barley

Kodex-Reform: Das Bundesjustizministerium hält sich raus und empfiehlt, der Regierungskommission zu vertrauen. Warum das zu viel verlangt ist.

Auf unseren Brief an das Bundesjustizministerium hat Katarina Barleys Referatsleiter geantwortet. Um es kurz zusammenzufassen: Ulrich Seibert schreibt mit sehr netten Worten – nichts, jedenfalls nichts Substanzielles. Ganz offensichtlich traut sich die Politik nicht in den Ring, die Devise scheint zu lauten „Was kümmern uns die Befindlichkeiten der deutschen Wirtschaft, wenn Europawahlen sind“. Eine lapidare, aber dennoch bemerkenswerte Passage in der Antwort lautet: „Ich wäre einmal ganz entspannt, dass die …

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