Achleitner, Faber & Co.: Die richtige Reaktion auf die Medienschelte

Medienschelte

Die mediale Kritik an Aufsichtsratschefs, allen voran Paul Achleitner und Joachim Faber, erschien uns in den letzten Wochen zum Teil erstaunlich pauschal und einhellig (vor allem im direkten Vergleich mit ausgewogenen Statements von Investoren wie Ingo Speich, zum Beispiel auf der HV der Deutschen Börse). Die Medienschelte sollte aber niemanden verleiten, sich in die Phalanx derer einzureihen, die Medien als gleichförmig geißeln. Zwar treffen diese Kritiker durchaus einen wunden Punkt: Viele Journalisten stammen aus ähnlichen Milieus, was zu weltanschaulichen Parallelen führen kann. Wir raten jedoch, aus diesem wunden Punkt keine schwere Verletzung zu machen und ähnlich pauschale Urteile zu fällen wie einige Achleitner- und Faber-Kritiker.

Mangelnde Vielfalt ist kein exklusives Medien-Problem!

Denn erstens ist die mediale Gleichförmigkeit keineswegs so stark ausgeprägt, wie manche behaupten – von der „Süddeutschen“ bis zur „Welt“ und von der „ZEIT“ bis zum „Cicero“ decken Zeitungen und Magazine weiter ein breites Meinungsspektrum ab. Und verbleibende Ähnlichkeiten sind – zweitens – kein exklusives Problem der Medien: Auch Aufsichtsräte und Vorstände stammen überwiegend aus ähnlichen Milieus; Quer- und Andersdenker sind seltene Ausnahmen. Achleitner & Co. sollten die vermeintlich einstimmige Medienschelte deshalb als zusätzlichen Ansporn nehmen, das Thema Diversity in den eigenen Häusern voranzutreiben – und nicht mit ähnlich pauschaler Kritik „zurückschlagen“. Dass dies bisher nicht geschehen ist, stimmt uns hoffnungsvoll und ist deshalb ein „Top“ – unter Vorbehalt.