Borussia Dortmund: Mit Peer Steinbrück zur Governance-Meisterschaft

Borussia Dortmund

Deutscher Meister ist… Borussia Dortmund! Das gilt zumindest in Sachen Unternehmensführung: Laut einer aktuellen Studie der Beratungsfirma Safe und der Hamburg School of Business Administration, über die das Wirtschaftsmagazin Capital exklusiv berichtet, belegt der BvB Platz Eins der Corporate-Governance-Tabelle – gefolgt von Pokalsieger Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern München. Schlusslichter sind der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg. Wir gratulieren den Dortmundern um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Aufsichtsratschef Gerd Pieper, müssen aber zugleich Wasser in den Wein schütten: Sie sind eher die Einäugigen unter den Blinden.

Gute Aufsichtsräte sind wichtiger als neue Mäzene

Denn unterm Strich attestieren die Autoren der Studie, darunter Ex-Ivox-Chef Alexander Juschus, den Bundesligisten ein überschaubares Governance-Niveau. Zu den größten Problemen gehört demnach die mangelnde Unabhängigkeit vieler Aufsichtsräte. Und auch in Sachen Diversity besteht erheblicher Nachholbedarf: Während im 9-köpfigen Aufsichtsrat von Borussia Dortmund mit der Stadtwerke-Managerin Silke Seidel immerhin eine Frau neben Alphatieren wie Peer Steinbrück und Werner Müller sitzt, ist etwa das ebenfalls 9-köpfige Kontrollgremium des FC Bayern München um Uli Hoeneß und Herbert Hainer noch immer eine frauenfreie Zone. Wir hoffen deshalb, dass die Clubs die Studie zum Ansporn für weitere Governance-Reformen nehmen. Denn wir sind überzeugt: Kompetente Aufsichtsräte wären für den deutschen Fußball weitaus besser als Investoren à la Martin Kind oder Klaus-Michael Kühne.