Cybersicherheit: Maaßen schickt Verfassungsschützer in die Firmen

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Cybersicherheit: Maaßen macht Verfassungsschützer zu Unternehmensberatern

Wenn von Verfassungsschützern die Rede war, dachten wir lange Zeit eher an Schlapphüte und informelle Mitarbeiter in der Neonazi-Szene. Doch schon auf dem 9. Deutschen Aufsichtsratstag (DART) vor zwei Jahren in Düsseldorf ist uns klar geworden: Das von Hans-Georg Maaßen geleitete Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und die jeweiligen Landesbehörden begreifen sich zunehmend als Dienstleister für die Wirtschaft. Damals referierte und diskutierte BfV-Vizepräsident Ernst Stehl gemeinsam mit BSI-Chef Arne Schönbohm über aktuelle Herausforderungen für Unternehmen in Sachen Cybersicherheit.

Wirtschaftsschutz: Kostenlose Beratung für Unternehmen

Seither haben die Verfassungsschützer ihren Weg fortgesetzt und Angebote für Unternehmen ausgebaut:  Inzwischen bieten sie in allen Bundesländern kostenlose Beratungen an. Allein in NRW erklärten Wirtschaftsschutz-Experten 2017 mehr als 3000 Managern, Mitarbeitern und Wissenschaftlern, wie sie sich und ihre Arbeitgeber vor Wirtschaftsspionage und Cyberattacken schützen können. Wie das konkret aussieht, hat die WirtschaftsWoche jüngst am Beispiel des mittelständischen Kernkraft-Zulieferers Urenco in Gronau an der holländischen Grenze aufgezeigt: Einmal pro Jahr kommt Verfassungsschützer Henning Voß vorbei, um die IT-Sicherheit zu überprüfen und sich mit Sicherheitschef Thomas Wennemer auszutauschen. So viel Wirtschaftsnähe und Dienstleiter-Habitus würden wir uns auch von anderen Behörden wünschen.