Koenig & Bauer und Siemens: Das Vermächtnis von H.-J. Neubürger

Heinz-Joachim Neubürger

Trotz der Digitalisierung entwickelt sich der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer prächtig. Seit zwei Jahren wächst der Umsatz wieder, und 2017 erwirtschaftete das Würzburger Familienunternehmen einen satten Überschuss von 81 Millionen Euro. Die Wende ist das Ergebnis einer umfassenden Restrukturierung, der das Manager Magazin in seiner aktuellen Ausgabe „Vorbildcharakter“ für andere Unternehmen attestiert, die den digitalen Wandel meistern wollen. Angeschoben hatte sie der ehemalige Siemens-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger, der 2013 den Aufsichtsratsvorsitz übernahm (und 2015 Selbstmord beging).

Wie Joe Kaeser auf Neubürgers Spuren wandelt

Der wenige Monate seinem Amtsantritt als Aufsichtsratsvorsitzender aufgestellte Restrukturierungsplan habe „bis hin zum Namen (‚Fit@all‘) Neubürgers Handschrift“ getragen, so das Manager Magazin. Und wer genauer hinschaut, wird feststellen: Neubürger hat gewissermaßen vorexerziert, was sein Nachfolger als Siemens-Finanzvorstand – der heutige CEO Joe Kaeser – derzeit vorantreibt: Die Verwandlung eines zentral geführten Konglomerats (Kaeser spricht von einem „Tanker“) in einen Zusammenschluss von Unternehmen („Flottenverbund“) unter dem Dach einer Holding, die dank größerer Freiheiten allesamt schneller entscheiden können – ein wichtiger Vorzug angesichts des rasanten digitalen Wandels. Wir sind gespannt, ob Kaesers Plan genauso aufgeht wie der von Heinz-Joachim Neubürger.