FIFA-Chef Infantino: Wie die Aufsichtsräte um DFB-Chef Grindel versagen

Ginanni Infantino

Was haben wir uns über den ehemaligen FIFA-Chef Sepp Blatter aufgeregt. Ein Sonnenkönig sei er, ein Alleinherrscher, ein Autokrat. Sein Abgang vor gut zwei Jahren wurde deshalb einhellig bejubelt. Doch derzeit zeigt sich immer deutlicher: Sein Nachfolger im Präsidentenamt ist keinen Deut besser. Gianni Infantino überschreite permanent seine „satzungsmäßig vorgeschriebenen Kompetenzen“, kritisiert der ehemalige Chef der FIFA-Ethik-Kommission, Hans-Joachim Eckert. Im fehle ein „Korrektiv“; es sei niemand da, „der ihm auf die Finger schaut“.

Die FIFA braucht endlich professionelle Aufsichtsräte

Genau das wäre natürlich die Aufgabe des 37-köpfigen FIFA-Rats, der als Aufsichtsrat fungieren soll – aber bislang kläglich versagt. Kein Wunder: Das Gremium, in dem auch DFB-Chef Reinhard Grindel sitzt, leidet unter erheblichen Konstruktionsfehlern. So ist Präsident Infantino in Persunalunion Ratsvorsitzender – trotz vielfältiger operativer Aufgaben. Zudem hat das Council deutlich zu viele Mitglieder, um effizient zu diskutieren und sich auf eine klare Linie zu einigen – mal ganz abgesehen von der Tatsache, das die Mitglieder überwiegend Funktionäre und keine erfahrenen Manager und Unternehmer sind. Wir fürchten: So wird das nichts – und erinnern an den Vorschlag, die FIFA an die Börse zu bringen und endlich einen professionellen Aufsichtsrat zu installieren. Denn eines ist klar: Mit ein paar Nachbesserungen  kommen wir nicht weiter. Die FIFA braucht mehr – viel mehr.