Investoren-Attacke auf ThyssenKrupp: Halten Sie durch, Herr Lehner!

Ulrich Lehner

Heinrich Hiesinger gerät in diesen Wochen immer stärker unter Druck. Denn seit dem Einstieg des Hedgefonds Elliott von Paul Singer hat Großaktionär Cevian einen mächtigen Verbündeten, der ins selbe Horn stößt: Der ThyssenKrupp-Vorstandschef soll endlich schneller und härter durchgreifen, von einer „aufgeblasenen Konzernzentrale“ ist die Rede. Das erinnert uns stark ans Cevian-Mantra von der Zerschlagung. Sicher: Es gibt angesichts der Digitalisierung gute Gründe, einzelnen Sparten mehr Freiheiten zu geben – schließlich ermöglicht das schnellere Entscheidungen.

Unabhängige Aufsichtsräte als Hüter der Corporate Governance

Wir sind aber überzeugt: Das geht auch ohne Zerschlagung. So spricht beim regional geprägten Aufzugsgeschäft von ThyssenKrupp vieles dafür, den Standorten mehr Freiheit zu geben, ohne gleich den Konzern aufzulösen. Außerdem möchten wir daran erinnern, dass Investoren wie Cevian oder Elliott alles andere als unabhängig sind: Selbst wenn sie sich langfristig beteiligen, stehen sie unter kurzfristigem Erfolgsdruck, weil sie ihren eigenen Anlegern satte Renditen versprochen haben. Hüter der Corporate Governance sind deshalb allein die unabhängigen ThyssenKrupp-Aufsichtsräte um Gremienchef Ulrich Lehner, der CEO Hiesinger bislang erfreulicherweise den Rücken gestärkt und der kurzsichtigen Shareholder-Value-Logik von Cevian & Co. eine Absage erteilt hat. Hoffen wir, dass er durchhält.