Robert F. Spoerry: Der beste Verwaltungsratschef der Schweiz

Richard F. Spoerry

Wer sich für Corporate Governance im deutschsprachigen Raum interessiert, sollte Robert F. Spoerry kennen. Denn der Verwaltungsratspräsident des Hörgeräteherstellers Sonova ist, jedenfalls nach Einschätzung des Magazins „Finanz und Wirtschaft“ (FuW), ein Vorbild für andere Gremienchefs: Zum zweiten Mal in Folge kürten die Experten seinen Verwaltungsrat zum Besten der 174 börsennotierten Unternehmen in der Schweiz (Spoerry leitet das 9-köpfige Gremium seit 2011). Im vergangenen Jahr musste sich Sonova den ersten Platz noch mit dem Maschinenbauer Komax und dem Kommunikationsspezialisten Ascom teilen – in diesem Jahr reichte es für die alleinige Spitzenposition.

Novartis landet überraschend auf dem Treppchen

Zu den Kriterien für das Ranking, das FuW gemeinsam mit dem Aktionärsdienstleister zRating erstellt, zählen die Unabhängigkeit und die Kompetenz der einzelnen Mitglieder, aber auch die Frauenquote. Sonova erhielt 33 von 38 möglichen Punkten; auf den Plätzen Zwei und Drei folgen der Pharma-Zulieferer Lonza und – für uns durchaus überraschend – der Pharmakonzern Novartis mit je 32 Punkten. Komax rutsche auf Platz 5 ab, Ascom sogar auf Platz 10. Wir meinen: Rankings wie diese sind immer mit Vorsicht zu genießen, weil es oft an Kleinigkeiten hängt, ob ein Gremium, sagen wir, vierter, sechster oder achter wird. Aber da die Grob-Einteilung in der Regel stimmt, lenken Rankings das Augenmerk auf Zauderer und definieren zugleich Vorbilder, was den Wettbewerb verschärfen kann. Und das ist auch in Sachen Corporate Governance bitter nötig.