Bernhard Günther: Wie der Innogy-CFO nach dem Attentat führt

Bernhard Günther

Vier Monate nach dem heimtückischen Säure-Anschlag hat sich Innogy-Finanzvorstand Bernhard Günther erstmals öffentlich zur Wort gemeldet – und dem Handelsblatt ein bemerkenswertes Interview gegeben. Darin reflektiert der 51-Jährige nicht nur seine persönliche Situation, sondern auch seinen Führungsstil: Er hoffe, dass er „in manchen Punkten bewusst anders führen werde als bisher“, sagte Günther. Nach dem Attentat habe er darüber nachgedacht, „was wirklich wichtig ist und wie man mit Menschen umgeht“.

Leadership: Ein Plädoyer für mehr Wertschätzung

Man könne „sehr klar und konsequent führen, und das trotzdem möglichst wertschätzend machen“, sagte Günther – und verwies darauf, dass er nach dem Attentat viel „Mitmenschlichkeit und Anteilnahme“ erfahren habe. Dadurch sei ihm „sehr klar geworden, wie wichtig diese Dinge für mich sind“. Die Innogy-Mitarbeiter hatten unter dem Titel „Thoughts for Bernhard“ ein elektronisches Kondolenzbuch eingerichtet und auf diese Weise ihre Wertschätzung gezeigt. Uns haben Günthers offene Worte sehr bewegt – und zugleich die Hoffnung geweckt, dass in diesem Fall aus einem schlimmen Ereignis doch noch Gutes entstehen kann. Das Attentat, so scheint es, hat das Innogy-Team enger zusammengeschweißt.