Hans Hirt & Ingo Speich: Klare Ansagen in der Höhle der Löwen

Speich

Regelmäßige Besucher des Deutschen Aufsichtsratstages wissen: Hier kommen stets Investoren zu Wort, die sich nicht scheuen, die Gilde der Aufsichtsräte zu kritisieren und herauszufordern. Das war auch in diesem Jahr nicht anders. So konstatierte Hans-Christoph Hirt von Hermes EOS zwar, dass Aufsichtsräte besser geworden sind – fügte aber umgehend hinzu, dass sie noch besser werden müssten. Neben mangelnder Unabhängigkeit, Diversity und Branchenerfahrung in vielen Gremien kritisierte er ganz besonders die Vorstandsvergütungen, die wegen komplexer Boni-Kriterien häufig noch immer „völlig intransparent“ seien.

Nachhaltigkeit ist kein „Gedöns“, sondern knallhartes Business

Ingo Speich von Union Investment nahm wenig später die Aufsichtsratschefs ins Visier: Es gebe zwei Themen, bei denen viele erhebliche Kompetenzdefizite hätten – die Digitalisierung und die Nachhaltigkeit. Zudem machte er deutlich, warum Nachhaltigkeit kein „Gedöns“, sondern ein knallharter Business Case ist. Denn inzwischen lässt sich nachweisen, dass Aktien von Unternehmen mit guten ESG-Werten ein besseres Chancen-Risiko-Profil haben – und das, prognostiziert Speich, wird sich unter Investoren immer weiter rumsprechen. Aufsichtsratschefs, so eine seiner zentralen Botschaften, müssten deshalb umdenken und sich weitaus intensiver mit der Thematik befassen.