Wie die Deutsche Börse die Aktienkultur stärken könnte – ein Appell

Aktienkultur

Der Siegeszug der Künstlichen Intelligenz wird zahlreiche Jobs vernichten, warnt SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner. Der Philosoph Richard David Precht fürchtet gar, dass die Arbeitslosigkeit größer wird „als alles, was wir in der Bundesrepublik jemals erlebt haben.“ Klar ist: Die Automatisierung ist eine riesige Herausforderung, der sich Politik und Wirtschaft gleichermaßen stellen müssen. Doch statt vor allem über Robotersteuern und „bedingungslose“ Sozialleistungen zu diskutieren, sollten wir unser Augenmerk stärker darauf lenken, wie wir mehr Menschen zu Aktionären machen – und damit zu direkten Profiteuren der „Digitalierungsdividenden“.

Was kann mehr Vertrauen schaffen als ein guter Aufsichtsrat?

Leider haben viele Menschen den Eindruck, dass die Börse ein Casino ist – und keine Kapazitäten, sich mit Geschäftsberichten, Finanzkennziffern und Unternehmensstrategien zu beschäftigen. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie schaffen wir Vertrauen? Unser Vorschlag: Indem die Deutsche Börse hohe Corporate-Governance-Standards – wie etwa unabhängige und kompetente Aufsichtsräte – zur Bedingung für ein Listing macht. Denn das würde den Standards mehr Gewicht verleihen als die weitgehend freiwilligen und kleinteiligen Empfehlungen im Corporate-Governance-Kodex und wäre damit ein klares Signal, das Unternehmen das Thema ernster nehmen müssen. Die ausführliche Argumentation finden Sie hier – über Feedback würden wir uns freuen.