Aufsichtsrat der Woche: Warum das Wirecard-Gremium jetzt Dax-reif ist

Wirecard Aufsichtsrat

Seit Dienstag ist Wirecard an der Börse wertvoller als die Deutsche Bank – und sogar doppelt so hoch bewertet wie die Commerzbank. Die Chancen auf einen Dax-Aufstieg im September sind damit deutlich gestiegen, was das Management um CEO Markus Braun nicht nur als Ritterschlag, sondern auch als Genugtuung empfinden dürfte. Schließlich ist Wirecard in den letzten Jahren immer wieder heftig attackiert worden – meist von Spekulanten, die auf sinkende Kurse spekulierten. Doch die Angriffe konnten den Aufstieg zum Börsenstar nicht verhindern; Analysten sind voll des Lobes für das Geschäftsmodell und die Digitalkompetenz des Vorstands um Markus Braun.

50 Prozent Frauenquote dank Lauterbach & Quintana-Plaza

Aus unserer Sicht besonders erfreulich: Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats, die noch vor wenigen Monaten Fragen aufwarf (siehe dazu unser Kommentar im Februar), hat sich deutlich verbessert. Auf der Hauptversammlung im Juni beschlossen die Aktionäre, das Gremium aufzustocken – und wählten die renommierte KI-Expertin Anastassia Lauterbach sowie die Venture-Capital-Spezialistin Susana Quintana-Plaza zu Kontrolleurinnen. Da im neuen sechsköpfigen Aufsichtsrat mit der SAP-Managerin Vuyiswa V. M’Cwabeni bereits seit 2016 eine weitere Frau sitzt, liegt die Frauenquote nun bei 50 Prozent. Und weil alle drei einen internationalen Hintergrund haben und in den 70er-Jahren geboren wurden, stimmt die Diversity nun auch in Sachen Alter und Internationalität – eine reife Leistung von Aufsichtsratschef Wulf Matthias.