Digitalisierung: Welche Vorstände ihre Sprache entrümpeln müssen

„Nur wer verstanden wird, kann überzeugen“, mahnte Heiner Thorborg in einer aktuellen Kolumne. Manager müssten deshalb in der Lage sein, „gut, frei, intelligent und verständlich zu sprechen“, statt „blasse Gedanken hinter wolkigem Geschwätz zu verbergen“, so der Personalberater. Wir stimmen vehement zu und ergänzen, dass die Sprache im Zeitalter der digitalen Transformation wichtiger ist denn je. Schließlich gilt es, Mitarbeitern, Aktionären und anderen Stakeholdern völlig neue Geschäftsmodelle zu erklären – mindestens verständlich, optimalerweise mitreißend.

Buch, Heidenreich, Wenning: zu verschachtelt, zu passiv

Stattdessen beobachten wir bei vielen Vorständen einen typischen Managerjargon, der von Substantivierungen, „passiv konstruierten Sätzen mit Abkürzungen und Fachwörtern“ (Thorborg) und einem übermäßigen Einsatz von Anglizismen geprägt ist. Besonders an ihrer Sprache arbeiten sollten die Vorstandschefs Rolf Buch (Vonovia), Steffen Heidenreich (Beiersdorf) Joachim Wenning (Munich Re),: Obwohl sie Muttersprachler sind, belegten sie beim diesjährigen Dax-Redner-Ranking der Uni Hohenheim hintere Plätze – unter anderem wegen langer und passiv formulierter Sätze. Auf der Hohenheim-Skala erhielten sie zwischen 8,4 und 12,1 Punkten, während Top-Redner Tim Höttges (Telekom) mit 19,9 von 20 Punkten fast den Maximalwert erreichte – und damit auf den Spuren von Steve Jobs wandelt.