Karl-Heinz Rummenigge: Wenn der Bock zum Gärtner wird

Karl-Heinz Rummenigge

Der deutsche Fußball würde davon profitieren, wenn die DFL die „50+1“-Regel abschafft und somit den Einstieg von Investoren erleichtert. Das meint jedenfalls Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München – und legte Ende vergangener Woche noch einen drauf: „Unser Verhalten in dieser Sache wird hier in den USA etwas belächelt. Wir müssen aufhören, in dieser Republik den Populismus voranzutreiben“, sagte er während der USA-Reise des Clubs in einer „Brandrede“. Die Professionalisierung des deutschen Fußballs kann nach Ansicht des früheren Top-Stürmers also offenbar nur mit neuen Investoren gelingen. Wirklich?

Professionalisierung: Kompetente Aufsichtsräte statt launische Investoren

Wir fragen uns: Was bringt frisches Geld von Oligarchen, Scheichs oder anderen Mäzenen, wenn die Unternehmensführung nicht stimmt? Richtig: Wahrscheinlich wenig bis gar nichts, weil die Gefahr groß ist, dass es kurzsichtig investiert wird. Bevor Vereine über neue Finanzquellen nachdenken, sollten sie deshalb für eine gute Governance sorgen. Und das heißt zunächst: Aufsichtsräte mit einem gesunden Mix aus kompetenten, integren und unabhängigen Experten installieren. Beim FC Bayern München liegt diesbezüglich Einiges im Argen – vor allem angesichts einer Frauenquote von Null und einem Aufsichtsratschef namens Uli Hoeneß, der längst nicht mehr als unabhängig gelten kann und der noch immer an umstrittenen Aufsichtsräten wie Martin Winterkorn oder Rupert Stadler festhält. Verantwortliche sollten sich deshalb gut überlegen, ob sie sich gerade aus den Reihen des FCB über Professionalisierung und Unternehmensführung belehren lassen. Denn warum sollten wir den Bock zum Gärtner machen?