Reinhold Hilbers & Co.: Polit-Aufsichtsräte drängen auf die Schulbank

Reinhold Hilbers

Die Aufsichtsräte von Deutschlands Banken bilden sich immer intensiver fort – aber nicht auf Druck der Finanzaufsicht, sondern aus eigenem Antrieb. Das jedenfalls gaben prominente Aufsichtsräte aus der Politik jüngst gegenüber der Börsen-Zeitung zu Protokoll. So kündigte ein Sprecher des niedersächsischen Finanzministers Reinhold Hilbers (CDU) an, dass er sich als Aufsichtsratsvorsitzender der NordLB „laufend weiterbilden“ werde. Die europäische Bankenaufsicht habe aberkeinerlei Auflagen wie z. B. besondere Fortbildungsmaßnahmen erteilt“.

Weiterbildung ist wichtig – aber Unabhängigkeit auch

Auch die baden-württembergische Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) nehme in ihrer Eigenschaft als Verwaltungsratsvorsitzende der L-Bank „regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen zur Bankenthematik teil“, ohne dass die Aufsicht darauf gedrängt habe, teilte ihr Ministerium mit. Wir begrüßen die Fortbildungsbereitschaft politischer Aufsichtsräte außerordentlich – auch wenn es in vielen Fällen sicher besser wäre, wenn sie an ihrer Stelle besser qualifizierte und vor allem unabhängige Experten in die Aufsichtsräte schicken würden, die zudem mehr Zeit für das Mandat haben. Aber das bleibt wohl vorerst ein schöner Traum.