Stiftungen: Was Robert Bosch besser gemacht hat als Alfried Krupp

Robert Bosch

Als Robert Bosch 1942 das Zeitliche segnete, hinterließ er in seinem Testament klare Vorgaben, um das Unternehmen in seinem Sinne weiterzuführen. Das hat – unter anderem – zu einer klaren Trennung von Gemeinnützigkeit und Geschäft geführt: Ihre Stimmrechte hat die Robert-Bosch-Stiftung auf die eine „Industrietreuhand“ übertragen, die stets vom letzten Bosch-Geschäftsführer geleitet wird (derzeit also Franz Fehrenbach, der zugleich als Aufsichtsratschef des Unternehmens fungiert). Sicher: Das entspricht nicht den modernen Corporate-Governance-Standards; ein Cooling-Off war Mitte des vergangenen Jahrhunderts offenbar noch nicht auf dem Radar.

Mit Gerhard Cromme wäre das nicht passiert

Aber die Regelung hat einen großen Vorteil: Sie sorgt für wirtschaftliche Kompetenz und Erfahrung an der Spitze der Industrietreuhand, der zehn Personen angehören (darunter neben Fehrenbach Ex-BASF-Chef Jürgen Hambrecht und Christof Bosch). Ganz anders bei der Krupp-Stiftung: Sie wird von der Uni-Rektorin Ursula Gather geleitet, deren mangelnde Erfahrung in der Wirtschaft im Streit mit den Investoren Cevian und Elliott verheerende Folgen hatte. Wir vermuten: Mit dem einst als Stiftungschef vorgesehenen Gerhard Cromme wäre es völlig anders gelaufen. Dass Berthold Beitz ihm 2013 das Vertrauen entzogen hat und später dem Kuratorium der Stiftung die Wahl seines Nachfolgers überließ, muss deshalb aus heutiger Sicht als Fehler bezeichnet werden – genau wie die Tatsache, dass Alfried Krupp keine Vorgaben à la Bosch machte.