Bäte, Ploss, Rorsted & der Nationalismus: Verstärkung für Joe Kaeser

Kasper Rorsted

Nachdenkliche Töne von Kasper Rorsted: In einem Interview mit der ZEIT antwortete der Adidas-Chef auf die Frage, ob er Siemens-Chef Joe Kaeser unterstütze, wenn dieser „vor aufkommenden Nationalismus und Rassismus in Deutschland“ warne: Vor Chemnitz „hätte ich gesagt: Nein. Vielleicht muss ich das jetzt überdenken.“ Andere Top-Manager haben dies bereits getan und in den letzten Tagen klar Stellung bezogen. Derzeit wüchsen „bei Vielen Hass, Neid und der Ruf nach Abschottung“, sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss. „Dagegen müssen wir uns stemmen.“ Und sein Allianz-Kollege Oliver Bäte bezeichnete Chemnitz im Spiegel „als Fanal, das Angst machen kann und der Reputation Deutschlands schadet“.

Populisten bändigen durch gute Unternehmensführung

Wir haben mehrfach betont, dass wir es richtig finden, wenn Manager Haltung zeigen: Wer wohlklingende Ethik-Kodizes formulieren lässt, sollte auch für diese Werte einstehen – zumal offene Gesellschaften und ein freier Handel im ureigensten Interesse der Unternehmen sind. Allerdings sollte warmen Worten entschlossenes Handeln folgen, etwa in Form der Integrationsinitiative „Wir zusammen“. Aber vergessen wir nicht: Der stärkste Hebel, den Manager im Kampf gegen rechte und linke Populisten einsetzen können, ist – gute Unternehmensführung. Denn wer die digitale Transformation nachvollziehbar erklärt, macht es den Gestrigen schwerer, Zukunftsängste zu schüren. Und wer moderate Managergehälter ausverhandelt, entkräftet den besonders beliebten Vorwurf, dass die „Eliten“ die Marktwirtschaft in einen Selbstbedienungsladen verwandeln.