BASF-Chef Brudermüller: In der Höhle der grünen Löwen

Martin Brudermüller

Chemiekonzerne und die Grünen – das schien lange Zeit nicht zusammenzupassen. Doch jüngst hat uns die Nachricht überrascht, dass BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller in den neuen Wirtschaftsbeirat der Grünen einzieht, der sich Mitte Oktober konstituieren wird. Das BASF-Management führe eine „offene Diskussion mit allen Gruppen, die an einem Dialog und einer gemeinsamen Zukunftsgestaltung interessiert sind“, hieß es dazu aus dem Unternehmen. Neben Brudermüller ist auch Roche-Vorstand Hagen Pfundner mit von der Partie.

Raus aus dem Elfenbeinturm, rein in den Dialog

Er sehe die Chance, „ein besseres Verständnis für die Besonderheiten der forschenden Gesundheitsindustrie zu vermitteln“, sagte Pfundner dem Handelsblatt. Gleichzeitig sei es „eine Chance, von den Teilnehmern aus Wirtschaft und Politik zu lernen“. Diesen Aspekt halten wir für besonders wichtig. Denn Vorstände und Aufsichtsräte, die ihren Elfenbeinturm verlassen und den Dialog mit eher ungewöhnlichen Gesprächspartnern suchen, verbessern dadurch ihre ganz persönliche „Diversity“. Und wir sind überzeugt, dass die neuen Perspektiven und Erkenntnisse im nächsten Schritt nicht nur ihnen selbst nutzen, sondern auch ihren Unternehmen. Insofern tun die Grünen schon jetzt was für die Chemiebranche – wer hätte das in den Achtzigern gedacht?