Digitaler Aufsichtsrat: Die Zeit der Aktenberge ist vorbei

Thomas Deutschmann

Ja, die Unternehmen im deutschsprachigen Raum hinken hinterher – zumindest, was die Digitalisierung der Aufsichtsräte und Vorstände angeht. Das zeigt eine aktuelle Studie von Brainloop, EY, der Leipzig Graduate School of Management und der Philipps-Universität Marburg, deren zentrale Ergebnisse Brainloop-CEO Thomas Deutschmann vor wenigen Wochen auf dem 13. Deutschen Aufsichtsratstag präsentiert hat. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Immerhin sieben Prozent der Unternehmen im deutschsprachigen Raum planen derzeit den Einsatz eines Board-Portals – also einer Software zur sicheren, effizienten Zusammenarbeit und Kommunikation.    

Abstimmung im Aufsichtsrat: 77 Prozent setzen auf Handzeichen

Damit dürfte die Quote digitaler Gremien hierzulande auf mehr als drei Viertel steigen. Unsere Aufsichtsräte und Vorstände kommen also voran, wie jüngst bereits das Beispiel Lufthansa gezeigt hatte. „Die Zeiten analoger Sitzungsmappen und Aktenberge sind vorbei“, konstatiert Deutschmann. Allerdings werden die digitalen Möglichkeiten vielerorts noch nicht ausgeschöpft. So setzt nur ein Viertel der Aufsichtsräte im Zusammenhang mit Sitzungen auf dokumentenbasierte Kommunikation, und bei Abstimmungen kommen nur selten digitale, revisionssichere Lösungen zum Einsatz. Wir meinen: Wer Digitalisierung predigt, sollte nicht analog arbeiten – und hoffen deshalb, dass der Trend Fahrt aufnimmt.