Investoren: Wie aggressive Männer Unternehmen vor sich hertreiben

Diversity

Aktionäre, die Vorstände und Aufsichtsräte lautstark unter Druck setzen, haben in aller Regel Testosteron im Blut: Typen wie Guy Wyser-Pratte, Paul Singer (Elliott) und Daniel Loeb (Third Point), die eine unterschwellige Aggressivität ausstrahlen, dominieren die Szene aktivistischer Investoren. Frauen ähnlichen Kalibers sind bislang nicht in Sicht, und auch bei den klassischen Investoren dominieren Männer: Eine aktuelle Umfrage von KPMG mit dem Netzwerk Fondsfrauen zeigt, dass die Frauenquote in den Führungsriegen der Fondsgesellschaften gerade mal bei 16 Prozent liegt. Das wirft aus unserer Sicht zwei Fragen auf.

Diversity: Wie ausgewogen sind Urteile über Vorstände & Aufsichtsräte?

Erstens: Wie glaubwürdig können Investoren Vorstände und Aufsichtsräte zu mehr Diversity drängen? Und zweitens: Sind die Meinungen, die sich Fondsgesellschaften über Unternehmensstrategien und -verantwortliche bilden, ausgewogen – oder leiden sie an genau der einseitigen, männerdominierten Perspektive, die sie vielen Gremien vorwerfen? Immerhin: In den vergangenen drei Jahren ist die Frauenquote bei den Fondsanbieter um fünf Prozentpunkte gestiegen. Angesichts des niedrigen Niveaus gilt es aber weiterhin, ihre Urteile  kritisch zu hinterfragen. Und zwar nicht nur bei den Aktivisten, die sowieso eigene Interessen verfolgen – sondern auch bei jenen Investoren, die sich langfristig beteiligen und deshalb gerne auf Interessenkongruenz pochen.