Vonovia-Chef Rolf Buch: Im Dienst von Aktionären UND Mietern?

Rolf Buch

Das dürfte mancher Investor nicht gerne hören: Auf die Frage, wem er sich mehr verpflichtet fühle (den Mietern oder den Aktionären), antwortete Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch im Spiegel-Interview: „Beiden. Wir müssen einen Ausgleich finden, das ist unser Job.“ Ausgerechnet der Mann, den manche für das Paradebeispiel eines renditefixierten Immobilien-Kapitalisten halten, geriert sich damit als Gegner des Shareholder-Value-Konzepts – und als Verfechter der deutschen Corporate-Governance-Kultur. Ist das glaubwürdig? Oder spricht da der Wolf im Schafspelz?

Miethai-Image wäre für Vonovia brandgefährlich

Buch meint: „Unsere Investoren verstehen, dass das Investment ohne Mieter keinen nachhaltigen Wert hätte.“ Okay, das klingt eher nach einer Selbstverständlichkeit, soll aber heißen: Die Vonovia-Investoren denken langfristig und fordern keine maximalen Mieterhöhungen – wohlwissend, dass ein „Miethai“-Image auf lange Sicht schadet. Ein Blick auf die Aktionärsstruktur offenbart tatsächlich, dass langfristige Investoren wie Blackrock (7,9 Prozent) und der norwegische Pensionsfonds (6,9 Prozent) dominieren. Das spricht dafür, dass Buch nicht nur einen „Ausgleich“ finden will – sondern auch darf. Zumindest, solange keine aktivistischen Aktionäre auf den Plan treten.