BlackRock: Gierige Heuschrecke oder nachhaltiger Investor?

Friedrich Merz

Kaum wird der frühere VARD-Vorstand Friedrich Merz als neuer CDU-Chef gehandelt, gerät sein derzeitiger Arbeitgeber ins Visier der Kritik: Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock sei eine „Heuschrecke“ und unter anderem für räuberische Cum-Ex-Deals und unsoziale Vonovia-Mieterhöhungen mitverantwortlich, schallt es aus den sozialen Medien. Wir wollen uns hier nicht auf parteipolitisches Parkett wagen und beleuchten, ob Merz für die CDU eine gute Wahl wäre. Aber wir möchten darauf hinweisen: Wer BlackRock als üblen Auswuchs des Kapitalismus oder gar als „Finanzmafia“ (Sahra Wagenknecht) darstellt, liegt falsch.

Larry Fink: Für Klimaschutz, gegen Boni-Exzesse

Denn  Larry Finks Investmentfirma, bei deren Deutschland-Tochter Friedrich Merz als Chairman bzw. Aufsichtsratschef fungiert, ist durchaus langfristig orientiert – und drängt Aufsichtsräte zum Beispiel zu niedrigeren Managergehältern und höheren Frauenquoten sowie zu mehr Klima-Transparenz. Mit dem Habitus von Aktivisten-Fonds à la Elliott hat BlackRock jedenfalls wenig gemein, man könnte auch sagen: Fink und Merz ticken eher wie Ingo Speich (Union Investment) als wie Paul Singer (Elliott). Allerdings sollten die BlackRock-Experten nicht nur hinter verschlossenen Türen mit Vorständen reden, sondern verstärkt den öffentlichen Corporate-Governance-Diskurs suchen. Denn die Hinterzimmer-Diplomatie ist eine Steilvorlage für all jene, die Mauscheleien, Machtmissbrauch oder gar eine Verschwörung der Eliten wittern.