Familienunternehmen: Das Erfolgsgeheimnis der Röchlings

Röchling

Die Röchlings gehören zu den großen, traditionsreichen Unternehmerfamilien der Republik. Ihr Mannheimer Unternehmen, das im Jahr 1822 gegründet wurde, zählt heute zu den führenden Kunststoffverarbeitern und erzielt mit fast 10.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 1,8 Milliarden Euro. Doch „Geschichte und Tradition taugen allein nicht als Geschäftsmodell“, sagte Familienoberhaupt und Beiratschef Johannes von Salmuth jüngst dem Handelsblatt. Das Unternehmen habe sich deshalb immer wieder neu erfunden – zuletzt vor 15 Jahren, als sich die Röchlings von etlichen Sparten trennten und voll auf Kunststoffe konzentrierten.

Unternehmenssatzung verhindert „Stammesdenken“

Der große Kreis von rund 200 Gesellschaftern hat dies laut von Salmuth nicht etwa erschwert, sondern erleichtert. Er sei ein „Stabilitätsanker“ und habe „geholfen, vernünftige Mehrheiten zu finden“, sagt Salmuth. Das klingt nachvollziehbar: Wenn wenige große Gesellschafter dominieren, wächst schließlich die Gefahr von Machtkämpfen. Zudem, so von Salmuth, schließe die Röchling-Unternehmenssatzung „Stammesdenken“ aus, das in Krisen „tödlich“ sein könne. Hüter dieser Kultur ist der neunköpfige Beirat, in den die Röchlings auch externe Experten wie den früheren Süd-Chemie-Chef Günter von Au oder die Corporate-Finance-Expertin Dorothée Deuring berufen haben. Angesichts dieser Balance kann im Beirat kein einzelner Familienstamm die Macht an sich reißen – was dafür spricht, dass auch weiterhin Friede herrscht.