Michael Hilti: Corporate Governance made in Liechtenstein

Michael Hilti

Auf dem Deutschen Aufsichtsratstag am vergangenen Freitag (#dart14) gewährte Martin Hilti, Ehrenpräsident des gleichnamigen Liechtensteiner Werkzeugherstellers, spannende Einblicke in sein Corporate-Governance-System. Und obwohl das Unternehmen (27.000 Mitarbeiter / 5,1 Mrd. Franken Jahresumsatz) gleich mehrfach gegen den detaillierten deutschen Kodex verstoßen dürfte, vor allem wenn es um Transparenz geht, kann man unseres Erachtens keineswegs von „Bad Governance“ sprechen – im Gegenteil: Gründersohn Hilti hat eine ausgefeilte Systematik mit Checks and Balances auf verschiedenen Ebenen implementiert.

Kultur-Trainer: Leben wir unsere Werte?

Außerdem hat er das Thema „Unternehmenskultur“ so entschlossen in den Mittelpunkt gerückt wie wohl kein anderer Unternehmer. So listet Hilti im „Leitbild“ nicht etwa Banalitäten und Selbstverständlichkeiten auf, sondern vier zentrale Werte, die das Unternehmen ausmachen: Integrität, Courage, Teamwork und Engagement. Und das Unternehmen sorgt mit großem Aufwand dafür, dass sie nicht nur auf dem Papier stehen: Hilti leistet sich 70 „Kultur-Trainer“, die im Rahmen von Workshops mit Verwaltungsräten, Managern und Angestellten hinterfragen, inwieweit die Werte gelebt werden. Wir meinen: Der Erfolg gibt Michael Hilti Recht – und belegt, dass gute Unternehmer keinen starren Kodex brauchen. Wahre „Good Governance“ kommt eben von innen.