Siegfried Russwurm: Wo Digitalisierung jetzt Chefsache ist

Voith

Nach den personellen Turbulenzen vor wenigen Wochen hatten wir Siegfried Russwurm (55) zum „Hoffnungsträger“ im Voith-Aufsichtsrat gekürt. Nun wurde bekannt, dass der ehemalige Siemens-Vorstand zum Chef des Gremiums aufsteigt und damit Hans-Peter Keitel (71) ablöst, der altersbedingt ausscheidet. Das traditionsreiche Heidenheimer Familienunternehmen macht also, was anderswo oft nur ein Schlagwort ist – die Digitalisierung zur Chefsache, sogar im Aufsichtsrat. Denn Russwurm, Honorarprofessor für Mechatronik an der Uni Erlangen, gehört zweifellos zu den deutschen Top-Managern mit der umfassendsten Tech- und Digital-Expertise.

Top-Manager überwacht Top-Manager

Im Übrigen ist es aus unserer Sicht ein positives Signal, dass ein ambitionierter und vergleichsweise junger Manager, der dem Vernehmen nach auch für diverse CEO-Posten im Gespräch war, stattdessen einen Aufsichtsratsvorsitz übernimmt. Das ist auch eine Folge der Professionalisierung der Aufsichtsräte, in deren Folge die Gremienchefs mehr Verantwortung tragen – was die Rolle für Top-Manager attraktiver macht. Die Herausforderung ist in solchen Fällen jedoch vielfach, den eigenen Gestaltungsdrang zu bremsen und nicht ins operative Geschäft reinzufunken. Wir sind deshalb sehr gespannt, wie Russwurm mit dem neuen CEO Toralf Haag harmoniert.