Ariane Reinhart: Das Sozialprogramm der Conti-Managerin

Ariane Reinhart

Manchmal klingt Ariane Reinhart wie eine Sozialpolitikerin: „Bei uns wird niemand obdachlos“, wird die Conti-Personalchefin in der aktuellen Ausgabe der WirtschaftsWoche zitiert. Die 49-Jährige bezog sich der Meldung zufolge allerdings nicht auf irgendwelche Sozialleistungen, sondern auf das „Future-Skill-House“-Konzept des Automobilzulieferers. Dabei handelt es sich um ein umfassendes Weiterbildungsprogramm, mit dem Ariane Reinhart Mitarbeiter fit für die Zukunft macht und  „95 Prozent der Belegschaft auf allen Ebenen erreicht“.

Gut für die Wirtschaft, gut für die Gesellschaft

Eine eindrucksvolle Zahl – und ein Paradebeispiel für die Konvergenz gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Interessen. Denn Unternehmen brauchen für die digitale Transformation neue Kompetenzen, die sie auf dem leergefegten Fachkräftemarkt kaum finden. Weiterbildung ist deshalb in ihrem ureigensten Interesse, aber zugleich eine Art Sozialprogramm. Denn wir sind überzeugt: Initiativen wie die von Conti werden dazu beitragen, Massenentlassungen zu verhindern, wie sie Untergangspropheten à la Richard David Precht vorausahnen. Das zeigt: Gute Unternehmensführung ist eine Stütze des Sozialstaats.