Bernd Pischetsrieder: Zum Abschied eine Auszeichnung

Bernd Pischetsrieder

Wenn sie ihren Job ernst nehmen, fungieren Aufsichtsräte – insbesondere die Gremienvorsitzenden – als Gralshüter der Unternehmenskultur und der Corporate Governance. Munich-Re-Aufsichtsratschef Bernd Pischetsrieder darf sich deshalb ganz besonders über das aktuelle Dax-Governance-Ranking von Union Investment und Ivox Glass Lewis freuen: Der Rückversicherer hat drei Plätze gut gemacht und die Allianz als Spitzenreiter abgelöst. Das hätte vor zwei Jahren wohl kaum jemand gedacht. Denn damals gerieten die Munich Re im Allgemeinen und Pischetsrieder im Besonderen in die Kritik – wegen intransparenter Managergehälter und langer Amtszeiten im Aufsichtsrat.

Von Bomhard wird neuer Aufsichtsratschef

Manchem galt Bernd Pischetsrieder (71) deshalb bereits als unbelehrbarer Dino, der nicht in die neue Zeit passt. Doch der frühere BMW- und VW-Chef nahm die Herausforderung an, reformierte die Vorstandsvergütungen und holte renommierte Top-Manager in sein Gremium. Wenn er nach der Hauptversammlung am 30. April seinen Platz für den früheren Vorstandschef Nikolaus von Bomhard räumt, überlässt er deshalb ein kompetentes, vielfältiges und weitgehend unabhängiges Gremium. Mit Pischetsrieder geht auch Ex-SAP-Chef Henning Kagermann, den Investoren ebenfalls wegen seiner langen Amtszeit kritisiert hatten. Ihm soll Karl-Heinz Streibich folgen.