Bayer-Strategie: Werner Wenning wirft alles in die Waagschale

Werner Wenning

Ganz ehrlich: Wir wissen zu wenig über Glyphosat und Monsanto, um die Bayer-Strategie beurteilen zu können. Aber wir sind dennoch überzeugt: Aufsichtsratschef Werner Wenning hat das Richtige gemacht, als er sich Ende letzter Woche glasklar hinter Vorstandschef Werner Baumann stellte. Der Aufsichtsrat stehe „unverändert und einstimmig hinter der strategischen Logik der Transaktion“, sagte Wenning in einem Interview. Damit ließ er keine Hintertür offen, um dem Vorstand den schwarzen Peter zuzuschieben – und sandte im Vorfeld der Hauptversammlung am 26. April ein wichtiges Signal (gerade an Aktionäre, die sich mit einem eigenen Urteil schwer tun).

Bagel-Trah, Plischke, Wiestler: Kompetenz im Aufsichtsrat

Denn mit dem Interview hat der Aufsichtsratschef untermauert, dass bei Bayer kein Hasardeur am Werk ist, der im Alleingang schalten und walten kann. Wir halten diese Botschaft für glaubwürdig, weil Werner Wenning  den Aufsichtsrat in Sachen Kompetenz und Diversity gut aufgestellt hat – etwa mit Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah, dem Helmholtz-Präsidenten Otmar Wiestler und dem Vorsitzenden der Robert-Bosch-Stiftung, Wolfgang Plischke. Klar ist aber auch: Angesichts des halbierten Aktienkurses und der geplanten Entlassungen wird das allein nicht reichen, um die Investoren zu beruhigen. So wie Bayer jetzt da steht, dürfte der Konzern zudem räuberische Aktionäre aller Art anlocken. Die Hauptversammlung wird in jedem Fall turbulent – auch für Wenning persönlich.