ThyssenKrupp: Frauen-Duo bestimmt das Schicksal der Industrie-Ikone

ThyssenKrupp

Vor wenigen Tagen sorgte eine Studie für Schlagzeilen, der zufolge Männer die Schlüsselpositionen in Deutschlands Aufsichtsräten besetzen. Zumindest bei ThyssenKrupp ist das anders: Dort haben jetzt die neue Gremienchefin Martina Merz und Ursula Gather vom Großaktionär Krupp-Stiftung das Sagen. Nach den Turbulenzen der letzten Monate und insbesondere dem plötzlichen Strategiewechsel hängt es also von zwei Frauen ab, wie es bei dem Traditionskonzern weitergeht. Die Kernfrage dabei lautet aus unserer Sicht: Werden langfristige Entwicklungschancen den kurzfristigen Renditeinteressen einzelner Investoren geopfert?

Ursula Gather: In bester Aufsichtsratsmanier?

Dafür spricht, dass Ursula Gather 2018 im Konflikt mit Cevian und Elliott keine gute Figur gemacht hat. Statt sich hinter Vorstandschef Heinrich Hiesinger zu stellen, vermied sie klare Signale – und trieb ihn dazu, die Brocken hinzuschmeißen. Allerdings fühlt sich Gather falsch verstanden: Sie habe sich nicht auf die Seite der Finanzinvestoren geschlagen, sondern Hiesingers Pläne in bester Aufsichtsratsmanier hinterfragt, heißt es. Genau diese Beharrlichkeit schätzt Aufsichtsratschefin Merz an ihr, wie im Handelsblatt zu lesen war. Kann Gather jetzt also ihre Stärken besser ausspielen? Das wäre gut, aber womöglich nicht gut genug: Wir fürchten, dass eine neue Konfrontation mit Cevian & Co. nur eine Frage der Zeit ist – und hoffen, dass Gather bis dahin nicht nur ihre Stärken ausspielt, sondern auch an ihren Schwächen arbeitet.  Und im Ernstfall klare Kante für ThyssenKrupp zeigt.