Wirecard-Aufsichtsratschef Wulf Matthias: Was jetzt noch fehlt

Wulf Matthias

Wir beobachten den Wirecard-Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Wulf Matthias seit Längerem und haben bereits vor mehr als einem Jahr Reformen angemahnt – auch als vertrauensbildende Maßnahme, um Spekulanten auszubremsen. Nach den jüngsten Turbulenzen haben Investoren ebenfalls Kritik am Aufsichtsrat geübt: Ingo Speich (Deka) sieht Mängel in Sachen Diversity; Vanda Heinen (Union Investment) drängt auf einen renommierten Bilanz-Experten und Christian Strenger auf mehr Tech- und Compliance-Expertise.

Lauterbach, M’Cwabeni, Quintana-Plaza: Frauenquote 50 Prozent

Wir halten weitere Reformen ebenfalls für geboten – und sind vorsichtig optimistisch, dass Aufsichtsratschef Wulf Matthias sein voraussichtlich letztes Jahr nutzt, um überzeugende Neuzugänge zu präsentieren. Denn der 75-Jährige hat bewiesen, dass er das Zeug dazu hat: Mit der KI-Expertin Anastassia Lauterbach und der Venture-Capital-Spezialistin Susana Quintana-Plaza holte Matthias 2018 zwei renommierte Kontrolleurinnen in den sechsköpfigen Wirecard-Aufsichtsrat. Da er bereits 2016 die SAP-Managerin Vuyiswa M’Cwabeni engagierte, liegt die Frauenquote inzwischen bei 50 Prozent. Wir halten deshalb an unserer Bewertung fest, dass der Wirecard-Aufsichtsrat „Dax-reif“ ist. Aber das ist noch nicht gut genug.