Robert Louis Schweizer: Charmeoffensive im Oetker-Beirat  

Robert Louis Schweizer

Nach dem Rückzug von August Oetker im März geht es im Oetker-Beirat friedlicher zu. Neuerdings herrsche dort „eine bessere Stimmung“, berichtete das Handelsblatt zu Wochenbeginn. Das hätten „gleich mehrere mit der Situation vertraute Personen“ bestätigt. Der neue Beiratschef Robert Louis Schweizer bemüht sich also offenbar, die Familienstämme zu versöhnen und eine langfristige Lösung zu finden. Eine Option dabei ist laut Manager Magazin eine „Zerschlagung“ des Konzerns. So könnten die fünf Kinder bzw. Enkel aus erster Ehe den Lebensmittelbereich übernehmen – und die drei jüngeren Abkömmlinge (Alfred, Carl Ferdinand und Julia Oetker) die Getränkesparte.

Kompromiss bei der Personalie Anna Maria Braun?

Den Berichten zufolge ist Robert Louis Schweizer, ein Enkel des Firmengründers Rudolf August Oetker, bei einer umstrittenen Personalie auf die Jüngeren zugegangen: Die Familienunternehmerin Anna Maria Braun (B. Braun Melsungen), die Ende 2018 auf Drängen von August Oetker in den Beirat einzog, hat ihr Mandat demnach zunächst nicht ausgeübt. Das Youngster-Trio um den Beiratsvize Alfred Oetker hatte gegen ihre Berufung geklagt. Derzeit ruht das Verfahren offenbar, was für einen Waffenstillstand spricht. Das wäre ein Fortschritt, allerdings geben wir zu bedenken: Mehr externe Experten in den siebenköpfigen Beirat zu holen, wäre prinzipiell der richtige Weg – sonst besteht unverändert die Gefahr, dass familiäre Emotionen und Aversionen Entscheidungen prägen.