FC St. Pauli: Der Governance-Champion im Profi-Fußball

St. Pauli

Vor knapp einem Jahr haben wir Andreas Rettig als „Governance-Vordenker“ im Profi-Fußball bezeichnet. Der Geschäftsführer des FC St. Pauli hatte damals davor gewarnt, die Bundesliga für Investoren zu öffnen – und statt nostalgischen gewichtige betriebswirtschaftliche Argumente angeführt. Wir liegen auf seiner Linie und sind überzeugt: Der Schlüssel zu einer besseren internationalen Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs ist gute Unternehmensführung. Zugespitzt formuliert: Wir brauchen kompetente Aufsichtsräte und keine milliardenschweren Oligarchen. Rettig vertritt offenbar dieselbe Auffassung und hat beim FC St. Pauli auf Good Governance hingewirkt.

Unser Vorschlag: Ein moderner Governance-Kodex für die Bundesliga

Jedenfalls zeigt eine aktuelle Studie, die Sportökonomen der Universität Leipzig jüngst in der „Zeitschrift für Corporate Governance“ vorgestellt haben: Der Kiez-Club hat den höchsten „Governance Quality Score“ aller Vereine im deutschen Profi-Fußball. Für ihre Analyse haben die Experten die Satzungen der Vereine nach 123 Kriterien untersucht – von der „Größe der Vereinsorgane“ bis hin zur „Vorstandskontrolle durch den Aufsichtsrat“.  Außer St. Pauli gibt es allerdings nur wenige Lichtblicke. Besonders enttäuschend seien die Ergebnisse „für die […] Organe Aufsichtsrat und Wahlausschuss“ ausgefallen, bemängeln die Autoren. Wir meinen: Die Bundesliga muss mehr St. Pauli wagen. Wie wäre es mit einem modernen Governance-Kodex für Erst- und Zweitligisten, liebe DFL?