Marion Helmes & Martina Merz: Nur „Nein“ sagen müssen sie noch lernen 

Marion Helmes

Neben üblichen Verdächtigen wie Ann-Kristin Achleitner stoßen weitere Frauen in die Riege der mächtigsten Aufsichtsräte vor: ThyssenKrupp-Aufsichtsratsvorsitzende Martina Merz, ProSiebenSat1-Kontrolleurin Marion Helmes und die frühere BASF-Managerin Margret Suckale habe es in einem aktuellen Ranking unter die Top 25 geschafft. Das ist erfreulich, vor allem weil der Aufstieg zeigt: Frauen besetzen immer öfter zentrale Positionen innerhalb der Gremien. Die Frauenquote führt damit nicht zu statistischer Schönfärberei, sondern zu einer echten Machtverschiebung. Und wir sind überzeugt: Als nächstes sind die Vorstände dran.

An der Grenze zum Overboarding – oder bereits darüber hinaus?

Ein Wermutstropfen ist aus unserer Sicht allerdings, dass die neuen Multi-Aufsichtsrätinnen eine Schwäche vieler männlicher Pendants teilen: Sie tun sich offenbar schwer, „Nein“ zu sagen. So überwacht Martina Merz neben ThyssenKrupp auch die Lufthansa, SAF-Holland, AB Volvo, NV Bekaert und Imerys. Und Marion Helmes fungiert nicht nur als Vize-Chefin des ProSiebenSat1-Aufsichtsrats, sondern auch als Kontrolleurin von BAT, Heineken, Siemens Healthineers und Uniper. Damit wandeln beide zumindest hart an der Grenze zum Overboarding. Das bringt sie zwar in Rankings nach oben, die „Macht“ zum zentralen Kriterium erheben. Aber es kann die Qualität ihrer Arbeit gefährden – und die sollte dann doch das wichtigste Kriterium bleiben.