Cewe-Aufsichtsratschef Korte: Wenn Arbeit & Kapital fusionieren

Cewe

Gut fürs Geschäft, gut für die Gesellschaft: Mitarbeiterbeteiligungen fördern unternehmerisches Denken genauso wie eine gleichmäßigere Vermögensverteilung. Das scheint uns derzeit besonders wichtig, weil Digitalisierungsdividenden den Faktor Kapital stärken und die Ungleichheit verstärken. Diese Entwicklung ist Wasser auf die Mühlen von Populisten; es drohen Umverteilungsexzesse, die die unternehmerische Freiheit einschränken. Doch leider bietet bisher nur ein Drittel der börsennotierten Unternehmen Belegschaftsaktien, und vielfach machen weniger als die Hälfte der Angestellten mit. Da bleiben positive Effekte überschaubar.

Von der Mitbestimmung zum Miteigentum

Eine Ausnahme ist Foto-Dienstleister Cewe, dessen Aufsichtsratschef Otto Korte einige von Ihnen vom letzten Deutschen Aufsichtsratstag (DART) kennen: Laut einer aktuellen Auflistung im Handelsblatt sind mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt. Das dürfte auch daran liegen, dass in Oldenburg geklotzt und nicht gekleckert wird: Angestellte bekommen acht Gratisaktien jährlich. Die Vision von Vorstand und Aufsichtsrat ist ein „Verein der Mitarbeiter-Aktionäre“, der auf den Hauptversammlungen abstimmt. Wir meinen: Nachdem Cewe bereits eine digitale Transformation erfolgreich gemeistert hat, ist es jetzt optimal aufgestellt für die nächste Phase der Digitalisierung. Das liegt sicher nicht zuletzt am kompetent und vielfältig besetzten Aufsichtsrat (Frauenquote: 58 Prozent).