Herbert Hainer: Ein Governance-Reformer für den FC Bayern?

Herbert Hainer

Der FC Bayern München in den „Tops“ der GermanBoardNews? Da werden sich einige verwundert die Augen reiben, nachdem wir den Club oft kritisiert haben. Wegen Uli Hoeneß, der nach seiner Haftstrafe an die Aufsichtsratsspitze zurückkehrte. Wegen des „Alphatier-Aufsichtsrats“. Wegen der Amtszeit von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt: Seit letzter Woche ist klar, dass Ex-Adidas-Chef Herbert Hainer Hoeneß als Aufsichtsratsvorsitzenden ablöst – und Oliver Kahn neuer CEO wird.

Jetzt schlägt die Stunde der Aufsichtsräte

Das ist für den FC Bayern Herausforderung und Chance zugleich. Die Situation ist vergleichbar mit der eines Familienunternehmens, bei dem der Patriarch ausscheidet: Einerseits verliert der Club eine Führungspersönlichkeit mit Charisma und unternehmerischen Gespür. Andererseits kann Herbert Hainer frischen Wind ins Unternehmen bringen, Governance-Strukturen reformieren und die Bayern AG auf diese Weise unabhängiger machen von Personen. Ein wichtiger Schritt wäre die Berufung unabhängiger Aufsichtsräte, die nicht zum Kreis der Sponsoren und Hoeneß-Buddies gehören. Denn das wäre das Ende des Geflechts von Freundschaften und Geschäftsbeziehungen, das derzeit noch wuchert – und „Checks and Balances“ erschwert.