Armin Laschet vs. Stephan Weil: Welcher Landesvater kann Corporate Governance?

Armin Laschet

Stephan Weil kämpft unverdrossen für die Automobilbranche. Wer sage, dass es in zehn Jahren keine Verbrennungsmotoren mehr geben dürfe, fahre „sehenden Auges die wichtigste Industrie dieses Landes vor die Wand“, sagte der SPD-Politiker letzte Woche. Das Problem: Als Zuhörer fragt man sich, wer da spricht – der niedersächsische Ministerpräsident, der dem Wohl aller Bürger verpflichtet ist? Oder der VW-Aufsichtsrat, der dem Wohl des Unternehmens verpflichtet ist? Weils Einsatz für die Branche wäre jedenfalls glaubwürdiger, wenn er sein Mandat im Kontrollgremium einem unabhängigen Experten überlassen hätte, wie wir und andere mehrfach gefordert haben.

Armin Laschet: Warum wir keinen Interessenkonflikt sehen

Auch Weils nordrhein-westfälischer Amtskollege Armin Laschet (CDU) ist nun in Sachen Corporate Governance in die Kritik geraten. „Mister Doppelrolle“ titelte das Handelsblatt wegen seines Einsatzes in Sachen ThyssenKrupp. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass Laschet nicht im Aufsichtsrat sitzt, sondern im Kuratorium des Großaktionärs Krupp-Stiftung. Corporate-Governance-Experte Christian Strenger konstatiert deshalb zu recht, dass kein Interessenkonflikt besteht: Als Kuratoriumsmitglied müsse Laschet auf den Erhalt des Unternehmens achten – was sich größtenteils mit dem Wunsch decke, „wirtschaftlich sinnvolle Arbeitsplätze zu erhalten“. Wir hatten Laschet deshalb bereits 2018 aufgefordert, aktiver zu werden – und hoffen, dass sein Einsatz nicht zu spät kommt.