Martin Viessmann: Familienunternehmer holt Top-Aufsichtsräte

Martin Viessmann

Der traditionsreiche hessische Heizungsbauer Viessmann hat eine Holding mit einem prominent besetzten „Board of Directors“ ins Leben gerufen. Darin sind neben dem langjährigen Unternehmenschef Martin Viessmann (69) und seiner Tochter Katharina drei externe Experten vertreten: Madeleine Jahr vom Investmentbanking- und Beratungshaus GCA Altium, Flick-Gocke-Schaumburg-Partner Thomas Rödder sowie Oetker-Chef Albert Christmann fungieren als „Non-Executives“. „Mit der Family Holding haben wir beste Voraussetzungen geschaffen, den Erfolg des Unternehmens auch in der Zukunft fortzuschreiben“, sagt Martin Viessmann, dessen Sohn Max die Holding als Co-CEO leitet (gemeinsam mit dem langjährigen Geschäftsführungsmitglied Joachim Janssen).

Generationswechsel: Der Aufsichtsrat als Korrektiv?

In der Tat scheint die neue Struktur ein wichtiger Schritt, um den Heizungs- und Technologie-Anbieter Viessmann nach 102 Jahren unabhängiger zu machen von Vollblut-Unternehmern aus der Familie. Die Viessmanns wandeln damit auf den Spuren der Drägers, die einen Schritt weitergegangen sind und Familienmitglieder aus dem Kontrollgremium verbannt haben. Ein unabhängiger Aufsichtsrat sei „ein wichtiges Korrektiv“, sagt Stefan Dräger, Vorstandschef des gleichnamigen des gleichnamigen Lübecker Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmens. Wir glauben sogar: Er kann und sollte noch mehr sein – nämlich Treiber der digitalen Transformation und Hüter der Unternehmenskultur. Das dürfte anderswo allerdings deutlich wichtiger sein als bei den Viessmanns, die die Transformation bereits entschlossen vorangetrieben haben.